Jia Jia Ältester Zoopanda der Welt eingeschläfert
Lange hat Jia Jia in Gefangenschaft gelebt. Nun ist die Pandadame tot. Sie sei eingeschläfert worden, nachdem ihr Gesundheitszustand sich in den vergangenen zwei Wochen rapide verschlechtert habe, gaben die Betreiber des Ocean Parks in Hongkong am Sonntag bekannt.
Dort hatte Jia Jia, deren Name "gut" bedeutet, seit 1999 gelebt. Damals war sie, gemeinsam mit einem anderen Panda, als Geschenk an den Park übergeben worden, zum Gedenken an das zweite Jubiläum der Übergabe Hongkongs aus den Händen der Kolonialmacht Großbritannien. Jia Jia war 1978 in der Wildnis in der chinesischen Provinz Sichuan zur Welt gekommen. Mit ihren 38 Jahren war sie der älteste in Gefangenschaft lebende Panda - und ein echter Publikumsmagnet.
In den vergangenen Wochen hatte Jia Jia aber immer weniger gefressen. Statt zehn Kilogramm Nahrung pro Tag waren es nur noch drei. Ihr Gewicht fiel von 71 Kilogramm auf 67.
"Über die letzten Tage war sie immer kürzer wach und hatte kein Interesse an Futter oder Flüssigkeiten. Ihr Zustand wurde heute morgen schlimmer. Jia Jia konnte nur noch unter Beschwerden laufen und lag den ganzen Tag herum", hieß es in einem Statement auf der Webseite des Ocean Parks. "Ihr Zustand wurde so kritisch, dass Veterinäre aus ethischen Gründen der Einschläferung von Jia Jia zustimmten."
"Wir wussten, dass dieser Tag kommen würde, aber es ist trotzdem traurig für alle im Park, insbesondere für die Tierpfleger, die sich jahrelang um sie gekümmert haben", sagte der Ocean Park-Chef Leo Kung.
In der Wildnis gibt es nach Angaben der Umweltorganisation WWF nur noch 2000 Exemplare des Großen Panda. Das Symbol Chinas gehört zu den am stärksten bedrohten Tierarten der Erde. Den als notorische Sexmuffel bekannten Tieren setzt der Verlust ihres natürlichen Lebensraums in China zu, deshalb spielt ihre Zucht in Gefangenschaft für das Überleben ihrer Gattung eine wichtige Rolle.
Panda-Nachwuchs kommt in Gefangenschaft allerdings nur sehr selten zur Welt. Weil die Weibchen nur an drei Tagen im Jahr paarungsbereit sind, greifen Zoos oft auf eine künstliche Befruchtung zurück. Jia Jia brachte nach Angaben ihres Tierparks bei fünf Geburten sechs Babys zur Welt.
Panda Jia Jia: Der "gute" Bär ist tot