Hurrikan-Alarm "Dennis" fordert erstes Todesopfer
Morant Bay/Jamaika - Drei Meter hohe Wellen sind Donnerstagnacht auf die Küsten Haitis aufgeschlagen. In der Ortschaft Les Cayes wurde ein Mensch von einer entwurzelten Palme erschlagen, die auf ein Lehmhaus stürzte. Drei weitere Menschen erlitten dabei Verletzungen.
Der erste Hurrikan in diesem Jahr erreichte am Abend Windgeschwindigkeiten von 185 Stundenkilometern in seinem Zentrum und wurde damit zu einem Hurrikan der drittstärksten Kategorie. Mit "Dennis" kamen heftige Regenfälle. In Jamaika sind zahlreiche Straßen durch Schlamm-Massen blockiert. Tausende Menschen warteten den Hurrikan in Schutzunterkünften ab. Der Flughafen blieb ebenso wie Schulen geschlossen. Die Polizei ist in Alarmbereitschaft, um Plünderungen zu verhindern.
US-Meteorologen kündigten an, der Wirbelsturm werde in den nächsten zwölf Stunden wahrscheinlich noch an Stärke zunehmen. Am Freitag soll er Kuba erreichen. Am Samstag dann dürfte er im Golf von Mexiko sein, wo sich US-Ölgesellschaften auf Beeinträchtigungen vorbereiteten. "Wenn 'Dennis' den Golf von Mexiko erreicht, dann wird das ein landesweites Problem", sagte der staatliche Meteorologe Floridas, Ken Nelson. "Das wird ein sehr mächtiger Sturm." Im US-Bundesstaat Florida haben die Behörden am Donnerstag mit der Evakuierung der Keys, einer lang gezogenen Inselkette am Südzipfel Floridas, begonnen.
Zuvor hatte bereits der tropische Sturm "Cindy" Überschwemmungen an den Küsten des Golfs von Mexiko ausgelöst. Im Raum New Orleans sollen 250.000 Häuser von der Stromversorgung abgeschnitten sein. Etwa 30 der gut 950 Ölplattformen im Golf mussten evakuiert werden. Damit hat "Cindy" drei Prozent der dortigen Ölproduktion lahm gelegt.