Hurrikan-Alarm: "Rita" erreicht die US-Küste - DER SPIEGEL
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Hurrikan-Alarm "Rita" erreicht die US-Küste

Schwere Regenfälle, hohe Wellen, heftiger Sturm - die ersten Ausläufer des Hurrikans "Rita" haben die Küste der US-Staaten Louisiana und Texas erreicht. In Galveston brach ein großes Feuer aus. Teile von New Orleans stehen erneut unter Wasser.
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Beaumont - Die so genannte Wand des Hurrikan-Auges, der "Eyewall", traf zwischen den Ortschaften Sabine Pass in Texas und Cameron in Louisiana auf die Küste, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami mitteilte. Im Eyewall tobt der Wind am heftigsten, er umschließt das windschwache und niederschlagsfreie Auge.

Wegen seiner geringeren Geschwindigkeiten von nunmehr knapp 200 Stundenkilometern wurde der Hurrikan zwar in die niedrigere Kategorie 3 herabgestuft, dennoch warnen Meteorologen weiterhin vor seiner Wucht.

Im Zentrum der texanischen Küstenstadt Galveston brach ein großes Feuer aus. In den Flammen waren drei Gebäude eingeschlossen. Wegen des heftigen Windes griff das Feuer rasch auf die Dächer umliegender Häuser über und erschwerte die Löscharbeiten. Die Ursache des Brandes war zunächst unklar. Wegen des Sturms war die Gegend zuvor fast vollständig evakuiert worden.

Wetterkundler befürchteten, dass "Rita" am Ufer bis zu viereinhalb Meter hohe Flutwellen auslösen könnte. Der Hurrikan hatte sich an der Küste auch mit flutartigen Regenfällen angekündigt. Vor allem Texas wird zur Stunde von peitschenden Winden und starken Regenschauern heimgesucht.

Zwischenzeitlich erreichten die Ausläufer Windgeschwindigkeiten von bis zu 335 Stundenkilometer. Die Wetterbedingungen entlang eines über 500 Kilometer langen Küstenabschnitts werden nach Augenzeugenberichten von Minute zu Minute extremer.

Das Zentrum des Hurrikans wird nach letzten Prognosen der Meteorologen mit einer hohen Sturmflut, Regenfällen von bis zu einem halben Meter pro Quadratameter und zerstörerischer Windkraft über den Küstenabschnitt zwischen Port Arthur in Texas und Lake Charles in Louisiana hinwegdonnern. Danach müssen selbst die rund 500 Kilometer entfernten Bundesstaaten Oklahoma und Arkansas mit schweren Überschwemmungen rechnen. "Rita" ist der bisher drittgrößte Sturm, der in den USA bislang registriert wurde, sagten Meteorologen im Fernsehen. Weite Teile der betroffenen Gebiete wurden bereits vor Tagen evakuiert; die letzten verbliebenen Einwohner wurden bereits von den Ausläufern des Wirbelsturms in Angst und Schrecken versetzt, hieß es aus dem Katastrophengebiet.

In New Orleans ist bereits der schlimmste Alptraum wahr geworden. Die ersten Ausläufer "Ritas" brachten der Stadt die zweite Flutkatastrophe innerhalb von nur vier Wochen. Nach heftigen Regenfällen brach ein Damm, der nach Hurrikan "Katrina" gerade erst geflickt worden war. Es bestehe jedoch keine Gefahr für Leben und Eigentum, weil das betroffene Gebiet schon zuvor geflutet und evakuiert worden war, sagte Robert Crear vom Ingenieurkorps der US-Armee dem Nachrichtensender CNN.

Die Massenflucht vor dem heranrasenden Hurrikan hatte die bedrohten US-Staaten Texas und Louisiana in ein Verkehrschaos gestürzt. Weil zwei Millionen Menschen mit Autos und Bussen ins Landesinnere drängten, waren die Highways am Freitag hoffnungslos überlastet. Mindestens 24 Menschen starben, als ein Bus mit Flüchtlingen explodierte.

Nach Angaben der Behörden ist es in den bedrohten Gebieten längst zu spät für eine Evakuierung. Alle verbliebenen Einwohner wurden aufgefordert, zu Hause zu bleiben und sich im sichersten Raum aufzuhalten. Nach Informationen des US-Katastrophenschutzes wurden 900 Rettungs- und Bergungskräfte in Texas stationiert.