Hurrikan-Folgen Hoffen auf eine neue Windrichtung
Houston - Am schwersten tobte "Rita" im US-Bundesstaat Louisiana, wo Rettungsmannschaften heute mit der Suche nach Hunderten Menschen begonnen, die in ihren Häusern vom Hochwasser eingeschlossen wurden. Der Hurrikan war am Samstag mit Windgeschwindigkeiten von knapp 200 Kilometern pro Stunde und schweren Regenfällen über Louisiana und Texas hinweggefegt. In kleineren Städten der Region, insbesondere Beaumont und Port Arthur in Texas sowie Lake Charles in Louisiana, richtete der Sturm schwere Schäden an, verschonte die texanische Metropole Houston aber weitgehend.
Ein Haus in Johnson Bayou, Louisiana: Verloren in der Wasserwüste
Foto: APMit Booten und Hubschraubern suchten die Retter im Süden Louisianas nach Menschen, die von den Wassermassen von mehr als zweieinhalb Metern Höhe eingeschlossen waren. Sie wurden aus ihren überfluteten Häusern oder von den Dächern der Gebäude geborgen. Eine etwa viereinhalb Meter hohe Flutwelle hatte die durch französische Siedler geprägte Cajun-Region überschwemmt. Die Retter kämpften hier gegen noch immer starke Winde, die die Wassermassen weiter landeinwärts drückten. "Wir müssen zum lieben Gott beten, dass er die Windrichtung ändert", sagte der Sherrif des Ortes Vermilion, Mike Couvillan. Die Flutwelle sei so groß gewesen, dass die Wassermassen aus dem Golf von Mexiko seine Ranch 56 Kilometer im Landesinneren erreicht hätten.
Mindestens drei Ölraffinerien und eine zentrale Gasförderanlage wurden durch den Hurrikan beschädigt. Insgesamt wird der Schaden durch "Rita" auf rund sechs Milliarden Dollar geschätzt und fällt damit geringer aus als zunächst befürchtet. Die Schätzungen hatten zuvor um den dreifachen Betrag gekreist. Die US-Energiepreise fielen deswegen in New York und London heute sogar.
Ein Tag nach "Rita": Überflutung und entwurzelte Bäume
Nach Angaben der Polizei kam in Mississippi ein Mensch bei einem Tornado ums Leben. Tornados sind typische Begleiterscheinungen von Hurrikanen. In Texas waren nahezu drei Millionen Menschen vor "Rita" ins Hinterland geflohen, so dass viele der betroffenen Regionen praktisch menschenleer waren. Die Behörden forderten die Menschen heute auf, ihre Rückkehr nicht zu überstürzen. So soll ein neues Verkehrschaos verhindert werden. Bei der Flucht vor "Rita" hatten sich Staus von bis zu 160 Kilometern Länge gebildet.
Papst gedenkt der Opfer
Durch den Hurrikan "Katrina", der vor weniger als einem Monat Louisiana und Mississippi verwüstet hatte, waren mehr als 1000 Menschen ums Leben gekommen.
Papst Benedikt XVI. gedachte heute der Opfer der Katastrophe. Beim Angelusgebet in der päpstlichen Sommerresidenz Catel Gandolfo bei Rom rief er die Gläubigen auf, für die Opfer "der Naturkatastrophen in den Vereinigten Staaten und in anderen Teilen der Welt" zu beten. Zugleich verwies der katholische Kirchenführer auf den Einsatz der Rettungskräfte bei den Katastrophen.