Hurrikan Kuba will auch "Ivan" trotzen
Miami - "Ivan" erreichte Windgeschwindigkeiten von 265 Kilometern in der Stunde und wurde dadurch vom Nationalen Hurrikan-Zentrum der USA in die höchste Kategorie 5 eingestuft. Bisher haben erst drei Hurrikans der Kategorie 5 die USA getroffen. Der letzte war 1992 der Wirbelsturm "Andrew", der 43 Menschen im Süden Floridas das Leben kostete und Schäden von 30 Milliarden Dollar verursachte.
Am Sonntagmorgen befand sich das Auge des Wirbelsturms etwa 230 Kilometer ostsüdöstlich von der Großen Cayman-Insel. "Ivan" bewegte sich mit etwa 145 Kilometern in der Stunde in westnordwestlicher Richtung.
Auf Jamaika seien elf Menschen ertrunken oder von umstürzenden Bäumen erschlagen worden, teilten die Behörden in Kingston am Samstag mit. Die Zerstörungen waren jedoch geringer als erwartet, da der Hurrikan unerwartet nach Westen abdrehte. Der Insel sei das Schlimmste erspart geblieben, sagte Ministerpräsident P.J. Patterson. Östlich von Kingston peitschte "Ivan" mit 250 Kilometern in der Stunde die Küste, die Wellen erreichten eine Höhe von 7,50 Metern.
Am Sonntag bereiteten sich die Einwohner von Kuba auf den Sturm vor. Die Regierung habe alle Kräfte mobilisiert, um den Naturgewalten zu trotzen, erklärte Staatschef Fidel Castro. Kuba gab Hurrikan-Warnung für das Gebiet von Pinar del Rio im Westen bis Ciego de Avila im Osten der Insel. Seit Donnerstag mussten mehr als 170.000 Menschen die besonders gefährdeten Zonen verlassen. Viele Touristen in ufernahen Hotels wurden umquartiert. In Mexiko wurde am Samstag die der Halbinsel Yucatán vorgelagerte Insel Holbox evakuiert und 2250 Menschen ans Festland gebracht. Anfang nächster Woche wird der Hurrikan entweder den Süden von Florida erreichen oder in den Golf von Mexiko abdrehen.
"Ivan" war Anfang September im Atlantik entstanden. Die ersten Todesopfer hatte er in Venezuela und auf Grenada gefordert.