Hurrikanalarm "Ivan" wütet in Alabama
Sheriffs-Patrouille in Port Alabama, südlich von Mobile
Foto: APNew Orleans - Der Bürgermeister von Mobile hatte die noch verbliebenen Bürger aufgerufen, die Stadt zu verlassen. "Es ist egal wie - tanken Sie voll und verschwinden Sie von hier", sagte er. Im Großraum Mobile leben rund 500.000 Menschen.
Ausläufer des tödlichen Hurrikans haben in der vergangenen Nacht bereits verheerende Schäden in US-Küstengebieten am Golf vom Mexiko angerichtet. "Ivan" traf besonders Nordwest-Florida mit starkem Wind, riesigen Flutwellen und sintflutartigem Regen. Bei Panama City starben zwei Menschen durch Tornados, die sich am Rande des Hurrikans entwickelt hatten. Das Zentrum des Wirbelsturms befand sich zu diesem Zeitpunkt noch etwa 160 Kilometer von der Golfküste entfernt.
Der Leiter des Katastrophenschutzes in Florida, Craig Fugate, rechnet mit weiteren Opfern. "Ich kann Ihnen eins garantieren, in Florida wird es durch Hurrikan 'Ivan' Tote geben", sagte er. Weiterhin weigerten sich Menschen, die gefährdeten Gebiete zu verlassen. In der Karibik waren in den vergangenen Tagen mindestens 68 Menschen ums Leben gekommen.
Hurrikan: "Ivan" weicht vom Kurs ab
"Ivan" bewegt sich seit Tagen auf die USA zu. Allerdings kommt er dabei recht langsam voran. Rund 22 Kilometer legt er in der Stunde auf seinem zerstörerischen Weg zurück.
"Ivans" Ausläufer waren am stärksten entlang eines 644 Kilometer breiten Küstenstreifens zu spüren. Dort sind Hunderttausende Menschen auf der Flucht. Die große Ost-West-Achse Interstate 10 war stundenlang mit Flüchtenden verstopft und Hotels bis nach Südtexas hinein sind voll belegt.
In der Jazzmetropole New Orleans in Louisiana, die zum größten Teil unterhalb des Meeresspiegels liegt, werden vor allem heftige Regenfälle und damit erhebliche Überflutungen befürchtet. Für die in der Stadt gebliebenen Einwohner herrscht eine Ausgangssperre.
Im Golf von Mexiko, wo rund ein Viertel des Erdgases und Öls der USA gefördert wird, schlossen die Energieunternehmen Plattformen und brachten Tausende Mitarbeiter in Sicherheit. Versicherungsexperten gehen davon aus, dass "Ivan" in den USA bis zu zehn Milliarden Dollar (etwa 8,2 Milliarden Euro) allein an durch Policen gedeckte Schäden verursachen wird.