"Ich bin ein Star": Exen-Invasion im Dschungel - DER SPIEGEL
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"Ich bin ein Star" Exen-Invasion im Dschungel

Es war ein wohl gehütetes Geheimnis: Wer würde sich wohl dafür hergeben, zwei Wochen lang im australischen Dschungel mit Spinnen, Kakerlaken und nervtötenden Kollegen eingesperrt zu sein? Nun stehen die Kandidaten fest: Unter den Dschungelkönig-Anwärtern sind Dolly Buster, Nadja Abd El Farrag und Désirée Nick.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Maden, Heuschrecken und anderes Getier stehen schon bereit, um im australischen Dschungel den Kandidaten der RTL-Ekelshow "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus" den Speiseplan zu versüßen. Ab Samstag werden wieder zehn mehr oder weniger bekannte Kandidaten in Schlammgruben steigen, ihre Reis-und-Bohnen-Rationen mit Insekten aufwerten und am Lagerfeuer schaurige Lieder schmettern - oder zumindest so tun, als ob würden sie schmettern.

Auf der Kandidatenliste stehen:

  • Désirée Nick (Entertainerin, 44)
  • Dolly Buster (Ex-Pornostar und Ex-Kandidatin bei der Wahl zum Europäischen Parlament in Tschechien, 34)
  • Heydi Nunez-Gomez (Boris Beckers Ex-Party-Begleiterin, 24)
  • Nadja Abd El Farrag (Ex-Bohlen-Lebensgefährtin und Ex-"Peep"-Moderatorin, 39)
  • Isabell Varell (Ex-"Die aktuelle Schaubude"-Moderatorin und Ex-Frau von Drafi Deutscher, 43)
  • Willi Herren ("Lindenstraße"-Fiesling, 29)
  • Harry Wijnvoord ("Der-Preis-ist-heiß"-Ex-Quizmaster, 55)
  • Jimmy Hartwig (Ex-Kicker und Ex-Sportmoderator, 50)
  • Fabrice Morvan (Ex-"Milli Vanilli"-Nicht-Sänger, 38)

  • Möglicherweise wird auch Carsten Spengemann (Ex-"Superstar"-Moderator, 32) im Team dabei sein.
Welcher der Kandidaten die mitunter recht unappetitlichen Aufgaben bewältigen muss - die während der ersten Staffel im Januar Medienwächter und Tierschützer auf den Plan riefen - bestimmen die Zuschauer per Telefonanruf. Ab dem siebten Tag lichten sich dann die Reihen: Je nach der Zahl der eingegangenen Anrufe wird entschieden, wer das Lager verlassen muss - so lange, bis nur noch drei Kandidaten im Camp sind. Diese drei müssen sich einer letzten Prüfung stellen - und schon wählen die Zuschauer den Dschungelkönig oder die Dschungelkönigin.

Wie viel Geld die Darsteller für ihren Australientrip erhalten, wurde von RTL nicht bekannt gegeben. Allerdings berichtet die "Bild"-Zeitung von Summen zwischen 12.000 und 30.000 Euro. Die am schlechtesten bezahlte Teilnehmerin ist demzufolge Isabell Varell, die Topverdienerin ist Nadja Abd El Farrag.

Wie beim letzten Mal haben die Kandidaten bei der Dschungelprüfung die Wahl: Entweder sie opfern sich für die Gemeinschaft und erhalten dafür zusätzliche Lebensmittel zu ihren Bohnen- und Reis-Rationen. Oder sie weigern sich die fiese Aufgabe zu erfüllen, und bekommen eben nichts - außer einem Problem mit ihren Mitspielern. In der ersten Staffel hatten die Kandidaten die ihnen gestellte Aufgabe zumindest immer begonnen - nur das glückliche Ende war nicht garantiert. So scheiterte Daniel Küblböck beispielsweise, als er seinen Kopf in eine Art Aquarium stecken musste, dass dann mit Fischen und Spinnen gefüllt wurde. Stets die Gemeinschaft im Sinn hatte auch Caroline Beil, die für ihre Lästerei vom Publikum abgestraft wurde und eine Prüfung nach der anderen absolvieren musste.

Im Januar saßen bis zu 10 Millionen Zuschauer vor der Glotze um die im Lager eingesperrten Halbpromis zu beobachten und den süffisanten Kommentaren des Moderatoren-Gespanns Sonja Zietlow und Dirk Bach zu lauschen. Nun hofft RTL an die Erfolge der ersten Staffel anzuknüpfen. In Großbritannien zumindest hatten die Zuschauer nach der ersten Staffel der entsprechenden Show "I'm A Celebrity, Get Me Out Of Here!" noch längst nicht genug: Durchschnittlich 13 Millionen Zuschauer verfolgten die Geschehnisse der zweiten Staffel, die ersten Folgen hatten im Durchschnitt 7,2 Millionen Briten gesehen.

Ob das allerdings auf Deutschland übertragbar ist, ist fraglich: Erst kürzlich hatte das evangelische Magazin "Chrismon" eine Emnid-Umfrage veröffentlicht, wonach 84 Prozent der Zuschauer solche Sendungen ablehnen, 22 Prozent - also jeder Fünfte - forderte sogar ein Verbot. Nur drei Prozent erklärten das Format für spannend oder unterhaltsam.