Bismarck-Erbe: Im Zwiespalt - DER SPIEGEL
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Bismarck-Erbe Im Zwiespalt

• aus DER SPIEGEL 10/2023

Die Direktorin der Völkerkundemuseen in Dresden, Leipzig und Herrnhut, Léontine Meijer-van Mensch, kritisiert die Restitution der berüchtigten Afrika-Sammlung Otto von Bismarcks an dessen Nachfahren: Hierbei gebe es »eine Diskrepanz zwischen dem Juristischen und dem, was ethisch geboten ist«. Viele Objekte stammten aus Strafexpeditionen des Kolonialoffiziers Hermann Wissmann im damaligen Deutsch-Ostafrika, bei denen es zu Massakern kam (SPIEGEL 8/2023). 1948 wurde die Sammlung in der sowjetischen Besatzungszone enteignet, wohl ein Großteil landete schließlich im Leipziger Völkerkundemuseum. Eine Erben­gemeinschaft der Bismarcks hat vor Gericht einen Restitutionsanspruch durchgesetzt, der auch die Afrika-Sammlung betrifft. Meijer-van Mensch verweist darauf, dass sie einerseits Benin-Bronzen an Nigeria zurückerstattet und andererseits Objekte der Erbengemeinschaft restituieren muss: »Das ist ein Zwiespalt.« Bislang ist der Anspruch nur bei wenigen Stücken geklärt, etwa einem Elefantenstoßzahn, einem Beutel mit getrockneten Bananenscheiben oder einer Bambuszither.

klw
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