Impressionen der Zerstörung 800 Kinder malen die Todeswelle
Colombo - Häuser in Trümmern, ein von der Flutwelle zerfetzter Zug, Menschen, die um Hilfe schreien: All dies ist auf den mit Farbe oder Kreide gemalten Bildern zu sehen, die seit dem Wochenende in der Hauptstadt Sri Lankas ausgestellt sind.
Gemalt wurden die Bilder von Jungen und Mädchen im Alter von fünf bis 15 Jahren. "Die Kinder durften jedes Thema malen, das sie wollten", erklärt Priyanthi Mangalika vom Kultusministerium, das die Ausstellung organisiert hat. "Die meisten haben aber gezeichnet, was sie gesehen und erlebt haben."
Die Kinder gehören zu den 800.000 Menschen auf der Insel, denen der Tsunami das Heim weggerissen hat und die jetzt in Notunterkünfte leben müssen. Von den 31.000 Toten auf Sri Lanka waren fast die Hälfte Kinder. Nach Schätzung des Uno-Kinderhilfswerks Unicef hat die Naturkatastrophe fast tausend Mädchen und Jungen auf der Insel zu Waisen gemacht.
Ihre Bilder reflektieren auch die Erfahrung von Rettung und Flucht: So sind beispielsweise immer wieder Rettungshubschrauber zu sehen oder fliehende Mütter mit Kindern auf ihren Armen. Aber auch Blumen, Tiere und eine aufgehende Sonne über einem Hügel zeigen die Gemälde. "Das ist der reine, bildliche Ausdruck von Erfahrung. So arbeitet der Kopf eines Kindes", erklärt der frühere Lehrer M. Samarakoon beim Besuch der auf drei Tage angesetzten Ausstellung.
Von Krishan Francis, ap