Indien: Greisin verbrennt sich mit totem Gatten - DER SPIEGEL
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Indien Greisin verbrennt sich mit totem Gatten

Seit mehr als 170 Jahren ist ein grausiges Hindu-Ritual in Indien verboten: dass Frauen ihren Ehemännern in den Tod folgen, indem sie sich bei der Einäscherung in die Flammen stürzen. Eine 95-Jährige ignorierte nun das Verbot und verbrannte sich vor den Augen etlicher Trauergäste.
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Raipur - Kariya Bai kletterte nach Angaben der Polizei gestern zu ihrem Mann auf den Scheiterhaufen und verbrannte. Einige Polizisten seien unterwegs zur Heimatstadt der Inderin im Staat Madhya Pradesh, um den Fall zu untersuchen. Bais Selbstverbrennung ist der zweite Vorfall dieser Art in diesem Monat. Am 11. September wollte bereits eine 27-Jährige ihrem Mann so in den Tod folgen, wurde aber von ihrer Familie gerettet.

Der Name des Hindu-Brauchs, "Sati", bedeutet so viel wie "treue Gattin" und wurde 1829 von den britischen Kolonialherren verboten. Er fand öffentlich kaum mehr Beachtung, bis 1987 eine junge Frau in ihrem Brautkleid in den Scheiterhaufen ihres toten Mannes sprang. Tausende Menschen sahen ihr zu, viele ermutigten sie mit Zurufen.

Der Vorfall erregte im ganzen Land Aufsehen und Entsetzen. Die Regierung verhängte daraufhin eine Strafe für die Glorifizierung des Sati. Ein Verstoß kann mit sieben Jahren Gefängnis und einem Bußgeld von umgerechnet rund 540 Euro geahndet werden.

ffr/reuters