Indisches Schulbuch Kiste zu, Kätzchen tot
Katzenbaby (Archiv)
Foto: Patrick Pleul/ picture alliance / dpaEin Schulbuch in Indien lehrt Kinder das Ersticken von Katzen. Das in einigen Schulen im Norden des Landes genutzte Buch soll mit dem umstrittenen Experiment veranschaulichen, wie wichtig Sauerstoff für Säugetiere ist.
Dazu sollen die Schüler zwei Kartons bereitstellen, einen mit Löchern und einen ohne Löcher. "Steckt ein Kätzchen in jede Kiste. Schließt die Kisten. Nach einiger Zeit öffnet Ihr sie wieder. Was seht Ihr? Das Kätzchen in dem Karton ohne Belüftung ist tot", heißt es in dem Buch.
Tierschutzaktivisten erklärten, mehrere Schulen hätten das Buch bereits eingezogen. Zudem habe der Verlag die Zusage gegeben, dass das Experiment aus der nächsten Ausgabe herausgenommen werde. Das berichtete auch die englischsprachige Tageszeitung "Indian Express" .
Vidhi Matta, Sprecherin des Verbandes der indischen Tierschutzorganisationen, verwies zudem auf die Gefahr, dass Kinder sich selbst mit dem Experiment in Gefahr bringen könnten, wenn sie es am eigenen Leibe ausprobierten. Bislang sei aber kein solcher Fall bekannt.
Indische Schulbücher sorgten in der Vergangenheit mit groben Fehlern oder umstrittenen Inhalten immer wieder für Schlagzeilen. So löste eine Passage aus einem Buch im Bundesstaat Maharashtra Empörung aus, weil darin behauptet wurde, dass "hässliche" und "behinderte" Frauen die Mitgift-Forderungen der Familie des Bräutigams hätten ansteigen lassen.
Ein anderes staatliches Schulbuch im Bundesstaat Chhattisgarh machte Frauen für die zunehmende Arbeitslosigkeit verantwortlich. In einem weiteren Buch fand sich die Behauptung, Japan habe während des Zweiten Weltkriegs Atombomben auf die USA abgeworfen.