Überschwemmungen in Chennai Indische Millionenstadt unter Wasser
Indische Stadt Chennai: Einwohner flüchten vor Wassermassen auf Hausdächer
Foto: AP/dpaIm Süden Indiens ist laut Wetterdienst Skymet in den vergangenen 24 Stunden mindestens doppelt so viel Regen gefallen wie sonst im gesamten Monat Dezember. Das hat vor allem in der Millionenstadt Chennai zu schweren Überflutungen geführt.
Das Militär sei zusammen mit der Notfallbehörde und der lokalen Regierung im Einsatz, um Menschen vor den Wassermassen zu retten, sagte Verteidigungsminister Manohar Parikker. Das indische Fernsehen zeigte Bilder von Menschen, die aus dem Obergeschoss ihrer Häuser auf selbst gebaute Flöße kletterten oder zu Rettungsbooten schwammen. Die Straßen glichen Flüssen, teilweise stand das Wasser 2,50 Meter hoch.
"Die Situation könnte sich in den kommenden 24 Stunden noch verschlimmern", sagte der Minister für Stadtentwicklung, Venkaiah Naidu. Flüge seien gestrichen worden, auch die Bahnlinien seien gesperrt. "Der Regen wird wahrscheinlich noch zwei Tage anhalten", sagte der Direktor der indischen Meteorologiebehörde.
Chennai ist die Hauptstadt des Bundesstaates Tamil Nadu. Mit 4,6 Millionen Einwohnern gilt sie als Wirtschaftszentrum der Region und verfügt über einen Hafen und einen internationalen Flughafen. Teile der Stadt waren am Mittwoch ohne Strom.
Auch Schulen, Universitäten, Büros und Fabriken blieben geschlossen. Die Zeitung "The Hindu" kam zum ersten Mal in ihrer über 130-jährigen Geschichte nicht heraus, weil die Arbeiter die Druckerei nicht erreichen konnten.
Behördenangaben zufolge erlitten in Chennai mehr als 200 Menschen schwere Verletzungen infolge der Überschwemmungen. Im Bundesstaat Tamil Nadu kamen seit Beginn der heftigen Regenfälle Mitte November etwa 150 Menschen in den Fluten ums Leben. Mehr als 200.000 Bewohner mussten ihre Häuser verlassen.