Indien verbietet freien Verkauf von Schwefelsäure - DER SPIEGEL
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Zum Schutz von Frauen Indien verbietet freien Verkauf von Schwefelsäure

Bislang darf Schwefelsäure in indischen Haushaltsgeschäften ohne Einschränkungen verkauft werden. Damit soll nun nach dem Willen des höchsten Gerichts Schluss sein - um Frauen vor Verstümmelungen mit der ätzenden Substanz zu schützen.
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Neu-Delhi - Wegen einer Vielzahl von Säureanschlägen auf Frauen hat das oberste Gericht Indiens den Verkauf der gefährlichen Substanz eingeschränkt. Innerhalb von drei Monaten müssten nun Gesetze erlassen werden, damit die ätzende Flüssigkeit wie Gift behandelt und nicht mehr frei im Laden erhältlich sei, ordneten die Richter in Neu-Delhi an. Es geht dabei um Schwefelsäure, die vor allem als Putzmittel verwendet wird. Sie ist bislang in Haushaltsgeschäften überall im Land ohne Schwierigkeiten erhältlich.

In Zukunft müssen Käufer ihren Ausweis zeigen, die Adresse angeben und einen Verwendungszweck nennen. Diese Informationen müssten die Verkäufer an die Polizei weitergeben, berichtete die Nachrichtenagentur IANS. Außerdem habe die Regierung den Opfern von Säureattacken umgerechnet jeweils rund 3800 Euro Entschädigung zu zahlen.

Nach Angaben der Stiftung für Säure-Überlebende in Indien (ASFI) gibt es auf dem Subkontinent jährlich Hunderte Säureattacken. Meistens sind die Opfer Frauen, die wegen ausgeschlagener Heiratsanträge, fehlender Mitgift oder dem Verdacht der Untreue von ihren Freunden und Männern angegriffen werden. Schwefelsäure löst menschliche Haut auf und kann bei Kontakt mit den Augen zur Erblindung führen.

Erst am Mittwoch verletzte ein Mann im Bundesstaat Tamil Nadu eine Frau und ihre Tochter mit der ätzenden Substanz. Sie hätten sich über die Grenzziehung zwischen den benachbarten Grundstücken gestritten, berichtete die Nachrichtenagentur IANS.

wit/dpa

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