Kampf gegen illegale Holzfäller Indios nehmen Polizisten als Geiseln
Mexiko-Stadt - Im Kampf gegen illegale Holzfäller haben Indios im Westen Mexikos 16 Polizisten kurzzeitig als Geiseln genommen. Auf diese Weise wollten die Männer vom Volk der Purépecha auf ihre Probleme aufmerksam machen. Sie fordern einen besseren Schutz vor kriminellen Banden und eine Untersuchung der jüngsten Verbrechen.
Vorausgegangen war der Tod von acht Menschen. Zwei Waldschützer aus dem Dorf Cherán sollen von Holzfällern aus einem Nachbardorf erschossen worden sein. Zudem wurden die verbrannten Körper von sechs Bewohnern der Nachbargemeinde in einem Auto gefunden.
Die Polizisten wurden nach einem Tag wieder freigelassen. Sie waren zur Untersuchung der Morde nach Cherán gekommen. In Mexiko werden viele Verbrechen pauschal dem Drogenkrieg zugeordnet und häufig nicht ernsthaft strafrechtlich verfolgt. Laut einer Regierungsmitteilung will sich der Gouverneur des Bundestaates Michoacán nun mit den Einwohnern von Cherán treffen.
Die blutigen Zwischenfälle sind die Fortsetzung eines langen Kampfes der Purépecha aus Cherán um ihre Wälder. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich die inzwischen selbstverwaltete Indio-Gemeinde verbarrikadiert, um kriminelle Banden und Holzfäller fernzuhalten.