Indonesien: Der Kelud qualmt - ein Ausbruch droht - DER SPIEGEL
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Indonesien Der Kelud qualmt - ein Ausbruch droht

Die Warnungen der indonesischen Behörden werden täglich dringlicher. Der Vulkan Kelud auf der Insel Java steht kurz vor einer Eruption. Schon jetzt steigt eine Rauchwolke aus dem Kratersee auf. Frühere Ausbrüche dort haben Tausende das Leben gekostet.
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Jakarta - Die indonesischen Behörden haben vor einem unmittelbar bevorstehenden gewaltigen Ausbruch des Vulkans Kelud gewarnt. Die Temperatur des Kratersees sei binnen 24 Stunden um mehr als 25 Grad Celsius gestiegen, erklärte ein Geologe der Regierung am Samstag. Trotz der drohenden Gefahr ignorierten Tausende Anwohner die Aufforderung, sich in Sicherheit zu bringen. Wissenschaftler fürchten, dass der Kelud bei einem Ausbruch eine gewaltige Menge Schlamm, Asche und Steine in die Luft schleudern könnte.

Die Temperatur des Kratersees sei bereits auf 76 Grad Celsius gestiegen, erklärte der Geologe Surono. Dadurch entstand eine 500 Meter hohe Wolke aus Dampf und Rauch, die den Gipfel des Vulkans auf der Insel Java einhüllte. Noch sei der Berg aber nicht ausgebrochen, sagte Surono. Am Samstag hatten Experten unter Verweis auf seismische Messungen zunächst erklärt, es habe bereits eine Eruption gegeben.

Schon seit Wochen erschüttern Hunderte kleinerer Erdbeben die Gegend, in der rund 100.000 Menschen leben. Seit Donnerstag gehen Polizisten mit Megaphonen von Haus zu Haus, um die verbliebenen Bewohner zum Gehen zu bewegen. Wer bleibt, muss ein Formular unterschreiben, mit dem er selbst das Risiko übernimmt und auf mögliche Kompensationszahlungen verzichtet.

Die letzte Katastrophe ist manchem noch in allzu guter Erinnerung: Erst im Jahr 1990 kostete ein Ausbruch des Vulkans 34 Menschen das Leben. Der Kelud ist einer der gefährlichsten in dem an Vulkanen nicht armen Staat Indonesien: Im Jahr 1919 fielen mindestens 5160 Menschen einer gewaltigen Eruption zum Opfer.

Auf den indonesischen Inseln gibt es mehr als hundert aktive Vulkane, mehr als in jedem anderen Land der Welt. Der Staat ist über 17.500 Inseln verteilt, die zum Teil auf dem sogenannten Feuerring liegen - einer Reihe von Verwerfungslinien, die sich von der westlichen Hemisphäre bis nach Japan und Südostasien erstreckt.

cis/AP