Indonesien: Fähre mit 250 Menschen verunglückt - DER SPIEGEL
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Indonesien Fähre mit 250 Menschen verunglückt

Schweres Unglück in Indonesien: Die Fähre "Teratai Prima Kosong" ist vor der Insel Sulawesi gekentert. Die Seenotrettung fürchtet, dass bis zu 200 Menschen ertrunken sein könnten.
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Jakarta - In Indonesien ist nach offiziellen Angaben eine Fähre verunglückt. An Bord der "Teratai Prima Kosong" befanden sich Schätzungen zufolge rund 250 Menschen. Mehrere der 17 Besatzungsmitglieder konnten nach Behördenangaben gerettet werden.

Von den übrigen 250 Passagieren und den restlichen Besatzungsmitgliedern fehlt bislang jede Spur. Die Transportbehörde teilte am Sonntag mit, bislang habe man nur Informationen über 18 Überlebende. "Wir haben Retter hinausgeschickt, um nach Überlebenden zu suchen", sagte ein Sprecher der Seenotrettung. "Aber wir fürchten, dass mehr als 200 ertrunken sind."

Kurz zuvor hatte ein Rundfunksender gemeldet, der Kontakt zu dem Schiff sei abgebrochen. Die Crew meldete, das Boot sei in einen schweren Sturm geraten und von hohen Wellen erfasst worden. Indonesiens Transportminister Syafi'i Djamal sprach von einem Zyklon in der Region.

Der Transportbehörde zufolge ist die Fähre möglicherweise zwischen dem Hafen Pare-pare auf der Insel Sulawesi und Samarinda in der Provinz Ost-Kalimantan auf der Insel Borneo gekentert. Das Unglück ereignete sich Behördenangaben zufolge gegen zwischen 2 und 4 Uhr morgens (zwischen 19 und 21 Uhr MEZ).

Nach Angaben des Kapitäns sprangen kurz vor dem Kentern etwa 150 Menschen in die Fluten. Hoher Wellengang erschwere den Rettungseinsatz, sagte Verkehrsminister Djamal.

Fähren sind in Indonesien eines der wichtigsten Verkehrsmittel. Der Archipel umfasst insgesamt über 17.000 Inseln, auf denen gut 235 Millionen Menschen leben. Mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen und überfüllte Fähren verursachen immer wieder Unglücke, bei denen jedes Jahr Hunderte Menschen umkommen. Im Dezember 2006 brach eine Fähre in einem heftigen Sturm vor Java auseinander, mehr als 400 Menschen kamen ums Leben.

Mindestens sechs Tote bei Überschwemmungen

Auf indonesischen Inseln kam es am Wochenende zu schweren Überschwemmungen. Mindestens sechs Menschen ertranken dabei. In Polewali Mandar in der Provinz West-Sulawesi barsten mehrere Dämme, und die Flüsse überfluteten zahlreiche Dörfer. Vier Menschen wurden am Sonntag noch vermisst, berichteten die Katastrophenbehörden.

Mehr als tausend Häuser standen nach Polizeiangaben unter Wasser, 40 wurden von der Wucht der Flut fortgerissen. In manchen Straßen stand das Wasser bis zu zwei Meter hoch. Die Wassermassen unterspülten mehrere Straßen und beschädigten Brücken, so dass eine Reihe von Dörfern von der Außenwelt abgeschnitten war.

Mehrere Tausend Menschen waren dort gestrandet, weil die Polizei nach Angaben des Polizeichefs nicht genügend Boote hatte, um sie zu retten. Die Kommunikation war schwierig, weil auch der Strom ausgefallen war.

ssu/AP/dpa/Reuters