Indonesien Flugzeug stürzte vermutlich ins Meer
Polewali - Die Suche wurde inzwischen auf die See ausgedehnt. Kurz nach Sonnenaufgang wurden heute drei Schiffe der Marine und fünf Flugzeuge der Luftwaffe eingesetzt, um die vermutlich abgestürzte Maschine zu orten, wie der Chef der nationalen Rettungsdienste, Bambang Karnoyudho, mitteilte. Nach seinen Angaben deutete alles darauf hin, dass das Flugzeug mit 102 Insassen an Bord ins Meer stürzte. Dies habe die Auswertung von Satellitenaufnahmen und Radardaten ergeben.
Erste Behördenangaben, wonach das Wrack in einem Berggebiet auf der Insel Sulawesi (Celebes) gefunden wurde, stellten sich gestern als falsch heraus. Zunächst hatte es geheißen, 90 Insassen seien getötet worden, und zwölf hätten die Katastrophe überlebt.
Angehörige der Vermissten äußerten sich heute empört über die Fehlinformation. "Ich bin schockiert über diese falschen Erklärungen. Ich möchte jetzt Gewissheit über das vermisste Flugzeug", klagte ein Angehöriger im Rundfunk. Einsatzkräfte suchten gestern mehr als zehn Stunden lang vergeblich in einer bewaldeten Bergregion nach der Maschine. Die Fehlinformationen eines Offiziers zu angeblichen Überlebenden bleibt jedoch ungestraft. Der Luftwaffenoffizier habe nur seine Pflicht erfüllt, als er die später als falsch erwiesenen Informationen weitergegeben habe, zitierte die Nachrichtenagentur Antara heute den Chef des Kommunikationsstabs der Luftwaffe.
Die Fehlinformationen beruhten laut Armee auf Angaben eines Dorfbewohners, der das Wrack sowie Tote und Überlebende gesehen habe. Der angebliche Zeuge bestritt später jedoch, dies jemals gesagt zu haben. Der Luftwaffenoffizier hatte die Fehlinformationen an den Rettungsstab weitergegeben. Er entschuldigte sich dafür bei den Angehörigen der Opfer. Weder die Armee noch die Polizei wollen gegen den Offizier vorgehen.
Das Flugzeug der Billigfluggesellschaft Adam Air war auf dem Weg von der Insel Java nach Sulawesi von den Radarschirmen verschwunden, nachdem der Pilot zwei Notrufe abgesetzt hatte. An Bord der Boeing 737-400 befanden sich 96 Passagiere, darunter elf Kinder, sowie sechs Besatzungsmitglieder. Unter den Fluggästen waren auch drei Amerikaner.
dab/AP/AFP