Indonesien Riesenwellen lösen Tsunami-Panik aus
Jakarta - Die Wellen krachten gestern Nachmittag ohne Vorwarnung plötzlich an die Strände. Die Menschen rannten in Erinnerung an den verheerenden Tsunami von Weihnachten 2004 panikartig auseinander. Verletzt wurde nach ersten Berichten jedoch niemand.
Das Meer war von Banda Aceh im Norden Sumatras entlang der mehr als 2000 Kilometer langen Küste bis nach Bali aufgewühlt. In der Provinz Aceh, wo durch den Tsunami vor gut zwei Jahren 170.000 Menschen ums Leben kamen, brach Chaos aus. Ebenso an den Küsten Javas. Dort waren im vergangenen Sommer 600 Menschen durch einen Tsunami ums Leben gekommen.
Fischerfamilien, die in Strandnähe leben, rannten auf höher gelegene Gebiete landeinwärts. Hunderte verbrachten die Nacht in Notunterkünften. Zahlreiche Hütten in Strandnähe wurden fortgerissen, berichtete der Onlinedienst Detik.com. Fischerboote wurden an Land geschleudert und zerbarsten.
Auf der Ferieninsel Bali, wo jedes Jahr Tausende deutsche Urlauber übernachten, verhängten mehrere Hotels, die in Strandnähe liegen, Badeverbot.
"Am Nachmittag erhob sich das Meer plötzlich", sagte Ayu, eine Empfangsdame des Ramada-Hotels am Strand von Kuta auf Bali. "Wir haben unsere Gäste gewarnt und aufgefordert, den Strand zu verlassen. Es ist nichts passiert. Heute ist alles ruhig wie zuvor."
Die Ursache der ungewöhnlich hohen Wellen ist noch nicht geklärt. Nach Angaben des Wetterdienstes bliesen ungewöhnlich starke Winde über den Indischen Ozean.
Nach Überzeugung des Katastrophen-Warnzentrums von Thailand muss sich Asien auf eine Serie von Beben einstellen. Seit dem Tsunami 2004 seien an den Gräben zwischen tektonischen Platten in der Region verstärkte Aktivitäten festgestellt worden. Der Direktor des Zentrums, Smith Dharmmasaroj, hatte Jahre vor dem Tsunami vor einem solchen Desaster gewarnt.
pad/dpa