Indonesien Vulkan Merapi speit Asche
Indonesien: Vulkan Merapi speit Asche
Foto: ADEK BERRY/ AFPJakarta - Die Aschewolke über dem Merapi ist kilometerweit zu sehen. Der neue Ausbruch mit heißem Ascheregen verbreitete Angst unter den Anwohnern. Berichte über neue Opfer oder Schäden lagen nach dem von mehreren Explosionen begleiteten Ausbruch zunächst nicht vor. Der Vulkan war nach vier Jahren Ruhe am vergangenen Dienstag erstmals wieder ausgebrochen, seitdem kamen 38 Menschen ums Leben.
Am Wochenende hatten viele Anwohner des Merapi die Warnungen der Behörden ignoriert und waren auf ihre Felder zurückgekehrt, aus Sorge um ihr Vieh und aus Angst vor Plünderern. Zehntausende Menschen leben nach der Evakuierung in beengten Notunterkünften.
Die graue Asche erreichte am Wochenende auch die Großstadt Yogyakarta. Wegen Vulkanasche auf den Start- und Landebahnen wurde der Flughafen vorübergehend geschlossen. Er wurde am Sonntag wieder geöffnet.
Vulkan Merapi: Feuerregen in Indonesien
Der 3000 Meter hohe Merapi gehört zu den aktivsten und gefährlichsten Vulkanen der Welt. liegt im pazifischen "Feuerring" mit zahlreichen Vulkanen, in dem Verschiebungen von Erdplatten immer wieder zu Erschütterungen führen.
Das folgenschwerste Beben der vergangenen Jahrzehnte ereignete sich im Dezember 2004 vor Sumatra und löste einen Tsunami aus, der rund um den Indischen Ozean 230.000 Menschen das Leben kostete. Auf den rund 1300 Kilometer entfernten Mentawai-Inseln, wo ein Erdbeben der Stärke 7,7 Anfang der vergangenen Woche eine Flutwelle ausgelöst hatte, stieg die Zahl der Toten unterdessen auf 450, wie die Behörden mitteilten.
Rettungskräfte transportierten mit Booten und Hubschraubern Hilfsgüter in das Katastrophengebiet. Schwerverletzte wurden ausgeflogen, darunter ein nach dem Tsunami in einer Notunterkunft geborenes Baby und ein zwölfjähriges Mädchen mit einer lebensgefährlichen Verletzung. 23.000 Menschen haben durch die sechs Meter hohe Flutwelle ihr Zuhause verloren.