Inferno von Enschede Suche nach Vermissten eingestellt
Enschede - Das Schicksal der Vermissten bleibe vermutlich ungeklärt, sagte Enschedes Bürgermeister Jan Mans. Insgesamt waren bei drei aufeinander folgenden Explosionen der Feuerwerksfirma S.E. Fireworks am 13. Mai 18 Menschen getötet und 947 verletzt worden. Dreizehn von ihnen lagen am Mittwoch noch immer im Krankenhaus, vier auf der Intensivstation.
Der Leiter der Identifizierungskommission der Polizei, Dick de Jong, sieht wenig Chancen, dass unter den Trümmern noch weitere Spuren der Vermissten gefunden werden könnten. Es sei denkbar, dass sie sehr nahe am Explosionsherd waren und ihre Körper in kleinste Teile zerrissen wurden. In der großen Hitze des Brandes sei vermutlich nur noch Asche übrig geblieben. Nähere Angaben zu den Vermissten machten Mans und de Jong nicht.
Nach dem Ende der Sucharbeiten wurden die rund 1400 Bewohner und Geschäftsinhaber des völlig zerstörten Wohngebiets im Stadtteil Mekkelholt in Kleinbussen zu den Ruinen ihrer Wohnungen gebracht, um erstmals mit eigenen Augen zu sehen, was nach der verheerenden Explosion vom 13. Mai von ihrem Eigentum übrig geblieben ist. Alle müssten Schutzmasken und Spezialanzüge gegen Asbest tragen, sagte Mans. Zwar weise die Asbestkonzentration in der Luft keine erhöhten Werte auf, bei möglichem Kontakt mit den Trümmern könne jedoch die Kleidung belastet werden.
Inzwischen haben 450 Haushalte, die durch die Katastrophe obdachlos wurden und nicht mehr in ihre früheren Häuser zurückkönnen, anderswo Wohnraum erhalten, teilten Wohnungsbau-Gesellschaften mit. Bis zum 15. Juni hoffen sie, allen Obdachlosen eine permanente Unterkunft zuweisen zu können.
Der Verband der Versicherungen rechnet damit, etwa 600 Millionen Gulden (530 Millionen Mark) vergüten zu müssen. Etwa 3500 Schadensforderungen lägen derzeit vor. Die Stadt hat inzwischen Überbrückungshilfe für die obdachlos gewordenen Katastrophenopfer ausgezahlt, 1500 Gulden (1320 Mark) für Ledige, 2100 Gulden (1850 Mark) für verheiratete Paare.