Inselbewohner Prinz hat Ehre Shellas gerettet
Shella auf Lamu - "Als wir erfuhren, was geschehen ist, hätten wir alle auf der Stelle vor Freude tanzen mögen", strahlt Abdulla Sultan, einer der Dorfältesten. "Als unsere Gemeinde hier von den Bauplänen der Diskothek auf Manda erfuhr, versuchten wir, die Behörden davon zu überzeugen, sie zu unterbinden. Wir wussten, kommt die Disko, dann ist es mit unserer intakten Kultur vorbei, dann kommen westliche Musik, Alkohol und andere Drogen. Ja, sogar käufliche Liebe und danach zwangsläufig Kriminalität", berichtet Abdilahi Shekuwe, ehemaliger Gemeinderatsvertreter und Vorsitzender des Suaheli-Kulturzentrums.
Als dann die Diskothek auf der gegenüberliegenden kleinen Insel Manda vor eineinhalb Jahren zu dröhnen begann, erfüllten sich die Visionen der strengen Muslime von Lamu. "Diese Diskothek brachte viel Teuflisches über uns", sagt Sultan. "Die Mütter fürchten darum, dass ihre jungen Töchter als Prostituierte enden und ihre Söhne dem Kokain verfallen." Der Prinz aber, darin sind sie sich einig, hat nicht mit seiner Faust geschlagen: "Er hat mit seinem Kopf geschlagen und mit der Faust Gottes."
Gerade das berichtet sein Opfer Brunlehner anders. Mit Schlagring und 15 Strandjungen sei der Prinz auf ihn losgegangen, behauptete er gegenüber der Polizei. "Das ist selbstverständlich kompletter Blödsinn", sagte der Prinz. "Es war mir eine Freude, ihm eine links und rechts runterzuhauen. Aber das habe ich mit der bloßen Faust getan." Drei Strandjungen, die nach dem Vorfall im Polizeigewahrsam waren, bestätigen das.
"Ernst saß hier oben auf der Hotelterrasse, als Joe mit seinem Boot ankam. Er ging zu ihm runter, sie gaben sich die Hände, dann ein Wortgefecht und dann gab Ernst dem anderen zwei Schläge mit der Faust ins Gesicht", sagt Salim. Nicht erklären können sich die beiden anderen, wie es zu den vermeintlichen Rippenbrüchen Brunlehners kam. "Beide Schläge trafen den Kopf und nichts anderes", versichert Omar- Ahmed. "Wir haben Ernst festgehalten, weil wir Angst um ihn hatten", nicken die drei. Doch sie sind sich einig: "Das war zu seinem Schutz. Der Prinz hat die Ehre von Shella gerettet."