Interviews mit den Geiseln "Unser Leben ist in Gefahr"
Werner Wallert
(Deutschland):
"Wir sind in einer sehr ernsten Lage. Ich möchte das klar machen. Das ist kein Abenteuer. Wir riskieren hier unser Leben und falls die philippinische Regierung versuchen sollte, hier einzumarschieren und eine militärische Lösung zu finden, wird es nichts als Blutvergießen geben. Es muss eine politische, es muss eine friedliche Lösung geben. Die Entführer haben sehr deutlich gemacht, das hier gekämpft wird. Sie kämpfen für ihre Religion, sie haben uns klar gemacht, dass unser Leben in Gefahr ist. Wir sind Geiseln. Wir wollen nicht für Probleme, politische Probleme leiden, für die wir nicht verantwortlich sind. Deshalb appellieren wir an die philippinische Regierung, uns hier so schnell wie möglich herauszuholen."
Loisy Stephane (Frankreich):
"Wir können sagen, dass sie uns so gut sie können behandeln, weil sie nicht viel Lebensmittel und Wasser haben, weil das Lager von Soldaten umstellt ist. Sie können nichts für uns besorgen. Wir essen nur Reis, und das einzige Wasser, das wir bekommen, ist vom Regen. Wir sind erschöpft, weil wir es nicht gewohnt sind, so zu leben. Wir haben alle Probleme mit Durchfall. In den Nächten ist es sehr kalt. Wir haben keine Decken. Es ist sehr hart."
Monique Strydom (Südafrika):
"Die Entführer sagen, dass wir zwei Monate hier sein werden. Ich denke, dass wird keiner von uns überleben. Den einen Augenblick entspannst du dich, denkst schlafen zu können, den nächsten Moment kommt das Militär und du musst aufspringen. Du hast keine Schuhe, und wir müssen gehen, laufen, es ist ein auf und ab die ganze Zeit. Es ist furchtbar, weil es so langsam verrinnt. Wir sitzen hier den ganzen Tag. Wir sind krank, können nicht essen und trinken, und es scheint nichts zu passieren."
Sonia Wendling (Frankreich):
"Heute ist ein guter Tag, weil es geregnet hat und wir uns waschen konnten. Und wir hatten ein Mittagessen. Es ist sehr gut, wenn nachts die Entführer sagen, dass wir nicht fliehen müssen. Manchmal lachen wir, denn wenn wir das nicht tun, würden wir durchdrehen. Manchmal machen wir Witze, weil wir nicht glauben können, immer noch hier zu sein."