Iran Sittenwächter verbieten Schlipse
Teheran - Die anhaltenden Repressionen im Iran gegen Medien, Journalisten, Literaten und auch liberale Geistliche zeigen, dass die Anhänger des "Islamischen Führers" Ayatollah Chamenei ganz und gar nicht gewillt sind, das Heft aus der Hand zu geben. Die Ayatollahs blocken jeden Veränderungswillen der Parlamentsmehrheit rigoros ab.
Jetzt treibt der Machtkampf konservativer Geistlichkeit Blüten: In der Zeitung "Abrar e Ektesadi" wurde das Krawatten-Verbot für die Urlaubsinsel Kisch erlassen. Die Begründung der islamischen Hüter der Moral lautete, Schlipse seien ein Symbol der westlichen Kultur, und wer einen Schlips trage, der mache damit zugleich eine im Iran unerwünschte Werbung für diese. In der Polizei-Direktive werden Manager von dem Krawatten-Verbot ebenso erfasst wie ihre Angestellten, und das Verbot gelte auch für den Besuch in Restaurants.
Vertreter der Inselbehörde protestierten gegen den Erlass, der mit den örtlichen Regierungsstellen nicht abgesprochen sei. "Diese Anordnung zeugt von schlechtem Geschmack, das geht einfach zu weit", erklärte ein Behördensprecher. Die Wächter der islamischen Sitten hätten offensichtlich kein Interesse an der wirtschaftlichen Zukunft der Urlaubsinsel.