Israel Attentäter auf dem Rücksitz
Tel Aviv - Wer da auf ihrem Rücksitz saß, als die Italienerin den Grenzübergang bei Eres passierte, dessen war sie sich anscheinend nicht bewusst. Auch ihre Kollegen im Wagen ahnten nicht, dass die beiden britischen Muslime sich auf direktem Weg zur Tel Aviver Strandpromenade befanden, um dort vor der Bar "Mike's Place" ein Blutbad anzurichten.
Am 29. April gegen ein Uhr versuchte einer der beiden Männer, den Nachtclub zu betreten, wurde aber vom Türsteher abgehalten. Daraufhin zündete der 22-Jährige seinen Sprengstoffgürtel. Drei Israelis starben und eine Kellnerin verlor ihren Arm, wie Barbesitzer Gal Gansman bestätigte. Über fünfzig Menschen wurden verletzt.
Der zweite Attentäter scheiterte bei dem Versuch, seinen Sprengstoffgürtel zu zünden und entkam. Auch als die Tat bekannt wurde und noch nach dem 27-Jährigen gefahndet wurde, meldete sich die italienische Journalistin nicht bei der Polizei. Eine Woche später wurde der Flüchtige tot aus dem Meer geborgen, wahrscheinlich ertrunken.
Vermutlich waren die beiden schon 14 Tage vor dem Anschlag nach Israel eingereist. Der dortige Geheimdienst erklärte, dass sich die beiden Briten nach Besuchen in Tel Aviv und Jerusalem im Gaza-Streifen einer Gruppe internationaler Friedensaktivisten angeschlossen hatten. Wie jedoch die Sprengstoffgürtel Israel erreichten, konnte noch nicht geklärt werden.
Danny Seaman, Sprecher der israelischen Regierung, warf den ausländischen Journalisten "Naivität" und "Blindheit" vor. Für Pressevertreter in Israel gibt es Erleichterungen beim Passieren von Straßensperren. Nach wie vor, so Seaman, seien sich die Pressevertreter zu wenig bewusst, dass viele Palästinenser diese Tatsache ausnützten.