Israel: Flugzeugentführung unblutig beendet - DER SPIEGEL
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Israel Flugzeugentführung unblutig beendet

Ein offenbar geistig verwirrter Mann hat ein russisches Flugzeug mit 57 Personen an Bord nach Israel entführt. Dort ergab sich der Täter den Behörden.
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Tel Aviv - Nach zwölf Stunden ging die Entführung am Sonntag ohne Blutvergießen zu Ende. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder konnten die Maschine vom Typ Tupolew-154 auf dem Flughafen Uvda in Süd-Israel unverletzt verlassen.

Der aus Dagestan stammende Entführer hatte sich zuvor den Israelis ergeben. Ein Armeesprecher sagte, der "knapp 30 Jahre alte Mann" habe keine anti-israelischen Motive für seine Tat angegeben. Zunächst hatte es geheißen, die Entführung sei von zwei Tschetschenen aus Solidarität mit dem Aufstand der Palästinenser verübt worden. Der israelische Ministerpräsident Ehud Barak hatte zunächst in London seine Reise in die USA unterbrochen, setzte sie aber nach der Festnahme fort.

Die dreistrahlige Tupolew der Fluggesellschaft "Dagestanskije avialiniji" war am Samstagabend aus Machatschkala in der russischen Teilrepublik Dagestan mit 58 Menschen an Bord in Richtung Moskau gestartet, als der Entführer sie in seine Gewalt brachte. Nach seiner Festnahme wurde bekannt, dass der Mann offenbar nur eine Bomben-Attrappe bei sich trug, mit der er die Piloten im Cockpit bedrohte. Dort soll er sich dann die Pistole eines der Piloten gegriffen haben.

Auf dem neuen Kurs musste das Flugzeug zum Auftanken in Baku in Aserbeidschan einen Zwischenstopp einlegen. Am Sonntagmorgen landete die Tupolew dann, eskortiert von zwei israelischen Kampfflugzeugen, auf dem Flughafen Uvda in der Negev-Wüste in Süd-Israel. Die Landung auf dem internationalen Flughafen Ben-Gurion bei Tel Aviv hatten die Israelis verboten.

Israels Generalstabschef Schaul Mofas, der die Verhandlungen mit dem Entführer leitete, sagte nach dem glücklichen Ende der Entführung über den Täter: "Ich würde ihn als merkwürdigen Menschen beschreiben". Unter anderem sagte der Mann aus, er habe mit seiner Tat darauf hinweisen wollen, dass "die gelbe Rasse die Vorherrschaft über die weiße Rasse erzwingen wolle".