Waldbrand in Israel: Gefangen in der Feuerhölle
Israel Viele Menschen sterben bei Waldbrand
Haifa - Bei dem schlimmsten Großbrand in der Geschichte Israels sind im Karmel-Gebirge nahe der Hafenstadt Haifa mindestens 40 Menschen getötet worden. Die Opfer waren überwiegend Wachleute, die dabei helfen sollten, 500 Häftlinge vor dem Feuer in Sicherheit zu bringen.
Das teilte die Gefängnisverwaltung am Donnerstag mit. Der Bus mit 50 Beamten an Bord überschlug sich in den dicken Rauchschwaden und ging in Flammen auf. Zuerst war von getöteten Häftlingen berichtet worden.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einem Desaster bislang unbekannten Ausmaßes. Er bat Russland, Zypern, Griechenland und Italien um Hilfe bei der Bekämpfung des völlig außer Kontrolle geratenen Großbrandes.
Meterhohe Feuerwalze
Bis zum Donnerstagabend hatte das Feuer bereits eine Fläche von 2800 Hektar vernichtet. Angefacht vom Seewind fraß sich die meterhohe Feuerwalze durch die völlig ausgetrocknete Wald- und Buschlandschaft. In Israel hat es seit Monaten nicht mehr richtig geregnet.
Der Brand war im Karmel-Gebirge bei Haifa ausgebrochen. Einwohner mussten zwei Dörfer verlassen. Im Dorf Beit Oren gingen nach Augenzeugenberichten mehrere Häuser in den Flammen auf. Die Haftanstalt Damon liegt auch in der Schneise. Deshalb sollten 500 Häftlinge in Sicherheit gebracht werden.
Es habe mehrere kleine Brandherde gegeben, deshalb sei Brandstiftung nicht auszuschließen, sagte Polizeisprecher Mickey Rosenfeld. Dagegen berichteten die israelischen Medien, das Feuer sei möglicherweise auf einem illegal angelegten Müllplatz im Gebirge ausgebrochen.
Mindestens hundert Feuerwehrleute waren im Einsatz.