Istanbul: Verletzte bei Explosion an Busbahnhof - DER SPIEGEL
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Istanbul Verletzte bei Explosion an Busbahnhof

Bei einer Explosion in der Nähe eines Busbahnhofs sind in der türkischen Stadt Istanbul mehrere Menschen verletzt worden. Nach Angaben der Polizei detonierte vermutlich eine Bombe in einem Müllcontainer.
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Istanbul - Trümmerteile wurden durch die Wucht der Explosion bis zu 15 Meter weiter geschleudert. Die Polizei hat den Bereich weiträumig abgesperrt und Spezialisten zur Spurensicherung eingesetzt. Ob tatsächlich ein Sprengsatz explodiert ist, wird nun geklärt. Es bestehe auch die Möglichkeit, dass ein unter Druck stehender Behälter in der Hitze geplatzt sei. Das halten die Ermittler aber für unwahrscheinlich.

Vier Menschen wurden verletzt. Der Fernsehsender CNN-Türk meldet, einem Menschen sei bei der Explosion der Arm abgerissen worden. Laut offiziellen Angaben allerdings ist niemand schwer verletzt worden. Augenzeugen berichten, eine Frau habe eine Risswunde am Arm, ein Mann habe sich einen Schnitt unter dem Auge zugezogen, als ihn ein Trümmerteil traf.

Der Zwischenfall ereignete sich im europäischen Altstadtbezirk Eminönü. Das Viertel ist eins der belebtesten in der Innenstadt und auch bei Touristen sehr beliebt.

Wer hinter dem mutmaßlichen Anschlag steckt, ist noch völlig unklar. In der Vergangenheit haben militante Kurden, linke Extremisten und auch Islamisten bereits Anschläge in der Stadt verübt, zuletzt vor zwei Monaten, als 30 Menschen durch eine Bombe in einer Einkaufsstraße verletzt wurden. Die Polizei vermutet einer anonymen Quelle zufolge als Drahtzieher des jüngsten Attentats kurdische Rebellen mit Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, die für die Autonomie der Region im Südosten der Türkei kämpft.

Mehr als 30.000 Menschen, zumeist Kurden, sind in dem bewaffneten Konflikt zwischen der PKK und dem türkischen Staat seit Beginn der Auseinandersetzungen 1984 ums Leben gekommen. Die Europäische Union, die USA und auch die türkische Regierung stufen die PKK als terroristische Vereinigung ein.

ffr/AP/dpa/reuters/AFP