Italien: Die Queen pikiert Spitzenköche - DER SPIEGEL
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Italien Die Queen pikiert Spitzenköche

Kein Knoblauch, keine Spaghetti, Tomatensoße schon gar nicht und bitte auch nichts Scharfes. Wie soll man Her Majesty bei ihrem Staatsbesuch denn dann bekochen, fragen sich Italiens Spitzenköche und sind irritiert.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London - Das Knoblauch-Verbot mache die meisten klassisch italienischen Gerichte unmöglich, klagen die Meister der "cucina italiana" in Rom und Mailand, wo Elizabeth bei ihrem Staatsbesuch in der kommenden Woche dinieren will. Und auch sonst machen die vom Buckingham Palace vorgetragenen Sonderwünsche den Köchen das Leben schwer. Die 74-Jährige will keine "langen Nudeln" wie Spaghetti, keine Tomatensoße, keine all zu scharfen Gewürze und nichts Exotisches. Schalentiere sind auch nicht willkommen: Die könnten zu "gastrischer Unpässlichkeit" führen und die königliche Verdauung behindern.

Auch in anderer Hinsicht wurden die Italiener ermahnt. Die landestypische Spontaneität und Herzlichkeit ist den steifen britischen Protokollbeamten ein Graus. Deshalb wurden die Gastgeber erneut daran erinnert, dass sie die Königin nicht anfassen dürfen. Auch nach fast vierzig Jahren hat man auf der kühlen Insel noch nicht den Fehltritt vergessen, den sich 1961 der italienische Präsident Giovanni Gronchi leistete: Er berührte die Queen beim Posieren für die Fotografen am Ellbogen, weil er dies als "freundliche Geste" empfand, nicht wissend, dass die Königin nur mit ihren Hunden freundliche Gesten auszutauschen wünscht.