Italien: Gericht soll über Existenz Jesu entscheiden - DER SPIEGEL
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Italien Gericht soll über Existenz Jesu entscheiden

Es wirkt wie eine der Streitereien zwischen Don Camillo und Peppone. Ein Italiener hat einen Dorfpfarrer vor Gericht gezerrt. Der Grund: Der Priester hatte etwas für seinen Berufsstand nicht Ungewöhnliches getan - behauptet, es gebe Jesus.
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Rom - Der 72-jährige Atheist Luigi Cascioli verklagte den drei Jahre älteren Gemeindepfarrer Enrico Righi aus dem zentralitalienischen Bagnoregno, weil dieser die Existenz von Jesus in einem Gemeindebrief als historische Tatsache hingestellt hatte.

Er richte sich nicht gegen die Freiheit der Christen, ihren Glauben auszuüben, beteuerte Cascioli auf seiner Website. Es gehe aber nicht an, dass die katholische Kirche ihr Prestige ausnutze, um "Dinge als historische Tatsache darzustellen, wenn es sich nur um Erfindungen handelt".

Ab Freitag wird sich jetzt ein Gericht mit der bereits vor drei Jahren eingereichten Klage beschäftigen. Dabei geht es um Artikel 661 des italienischen Strafgesetzbuchs. Wegen "Missbrauchs der Leichtgläubigkeit" werden danach Menschen bestraft, die andere bewusst in die Irre führen. Cascioli hat angekündigt, seine Klage zurückzuziehen, wenn ihm ein Beweis für die historische Existenz von Jesus Christus vorgelegt wird.