Italien Hochwasseralarm in der Po-Ebene
Sitten/Piacenza - In der Schweiz ist am späten Dienstagabend ein weiteres Todesopfer geborgen worden. Die Leiche wurde von Bergungsmannschaften beim Abtragen des Schuttkegels in dem großenteils verschütteten Grenzdorf Gondo gefunden. Damit sind in Gondo jetzt fünf Todesopfer geborgen worden. Weitere acht werden noch vermisst. Die Schlammlawine war am vergangenen Samstag auf den Ort an der italienischen Grenze niedergegangen.
Bei den verheerenden Überschwemmungen und Erdrutschen in Norditalien und der Schweiz sind insgesamt mindestens 26 Menschen ums Leben gekommen, über 20 werden noch vermisst. Im Aosta-Tal in Norditalien wurden am Dienstag ein Baby und eine junge Frau, vermutlich die Mutter des kleinen Jungen, tot geborgen. Hubschrauber retteten 69 Pfadfinder und Betreuer, die seit Samstag in den Alpen von der Außenwelt abgeschnitten waren.
Italien: Tausende fliehen vor Hochwassergefahr
In Italien sind am Dienstag mehr als 15.000 Menschen wegen Hochwassergefahr aus der Ebene des Po und des Flusses Tessin geflohen. Der Pegel des Po stieg stündlich um mehrere Zentimeter und erreichte seinen höchsten Stand seit einem halben Jahrhundert. Rettungskräfte evakuierten ganze Dörfer in Hochwasser betroffenen Gebieten. In Turin mussten zwei Fabriken des Autokonzerns Fiat geschlossen werden, weil Fertigungsstätten überflutet waren und wegen unterbrochener Straßen- und Bahnverbindungen Zulieferteile nicht geliefert werden konnten.