Italien: Priester muss Jesu Existenz nicht beweisen - DER SPIEGEL
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Italien Priester muss Jesu Existenz nicht beweisen

Weil Gemeindepfarrer Enrico Righi behauptete, es gebe Jesus, wurde er von einem ehemaligen Schulkameraden verklagt. Der Atheist warf dem Geistlichen „Identitätstäuschung“ und „betrügerische Irreführung“ vor. Jetzt wies ein Richter die Klage ab.
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Hamburg - Der katholische Priester Enrico Righi muss nicht vor Gericht. Der Geistliche aus dem zentralitalienischen Bagnoregno hatte in einem Gemeindeblatt geschrieben, dass Jesus als Sohn von Maria und Josef in Nazareth gelebt hatte.

Die für seinen Berufstand nicht ungewöhnliche Behauptung veranlasste seinen ehemaligen Schulkameraden Luigi Cascioli zu einer Klage wegen "betrügerischer Irreführung der Menschen". Der Atheist sah in diesem Fall den Artikel 661 des italienischen Gesetzbuchs erfüllt, der den "Missbrauch der Leichtigläubgkeit" behandelt.

Jetzt wies ein Richter in Viterbo nördlich von Rom die Klage ab. Gleichzeitig ließ er ein Verfahren gegen Cascioli wegen Verunglimpfung prüfen. Der 76-jährige Enrico Righi begrüßte die Entscheidung des Gerichts. "Er ist ein alter Priester in einer Kleinstadt, der sich niemals hat vorstellen können, wegen so einer Sache im Rampenlicht zu stehen", sagte sein Anwalt Bruno Servo.

Atheist Cascioli, der schon im Vorfeld mit diesem Urteil rechnete, erwägt nun den Gang vor den europäischen Menschengerichtshof.

jdl/ap