Jackson-Prozess: Comedy-Club-Besitzer sagt aus - DER SPIEGEL
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Jackson-Prozess Comedy-Club-Besitzer sagt aus

Der Inhaber eines Comedy-Clubs hat im Prozess gegen Michael Jackson über den ersten Kontakt zwischen dem Popstar und seinem mutmaßlichen Missbrauchsopfer gesprochen. Der Zeuge widersprach Mutmaßungen, die Mutter des angeblichen Opfers wolle mit ihren Vorwürfen gegen den Sänger lediglich Geld machen.
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Santa Maria - Die Mutter habe eine große Summe Geld abgelehnt, die er ihr als Mittelsmann angeboten habe, sagte Jamie Masada gestern vor Gericht im kalifornischen Santa Maria. "Alles, was ich brauche, sind Freunde und Gebete. Ich brauche kein Geld", habe ihm die Mutter des angeblich von Jackson missbrauchten Jungen gesagt. Masada äußerte sich vor Gericht jedoch nicht dazu, für wen er das finanzielle Angebot übermittelt hatte.

Der Zeuge gilt als eine der Schlüsselpersonen des Verfahrens. Er besitzt die "Lach-Fabrik" am Sunset Strip in Hollywood und hatte den Kontakt zwischen Jackson und dem Jungen ursprünglich hergestellt. Der Junge und dessen zwei Geschwister hätten an einer Veranstaltung in seinem Club teilgenommen, sagte Jamie Masada im Zeugenstand. Als er vom Wunsch des krebskranken Teenagers erfahren habe, Jackson kennen zu lernen, habe er einige Leute angerufen, darunter den Produzenten Quincy Jones, sagte Masada. Er selbst habe Jackson bislang nicht kennen gelernt. "Heute sehe ich ihn zum ersten Mal", sagte Masada und wandte sich zu dem Angeklagten: "Wie geht es Ihnen?" Jackson antwortete mit einem Winken.

Masada berichtete außerdem über einen verzweifelten Telefonanruf der Mutter, nachdem die Fernseh-Dokumentation "Leben mit Michael Jackson" im Februar 2003 ausgestrahlt worden war. Der Film zeigt Jackson und den Jungen Händchen haltend. "Sie war völlig außer sich und den Tränen nahe", sagte Masada. "Sie halten mich mit meinen Kindern gegen meinen Willen hier fest. Ich muss hier raus", habe die Frau ihm am Telefon gesagt.

Mit Masadas Zeugenaussage wollen die Ankläger die Verteidigungsstrategie von Jacksons Anwälten entkräften, wonach die Mutter sich die Missbrauchsvorwürfe nur ausdachte, um Jackson Geld abzunötigen. Eine weitere Zeugin der Anklage, die Stewardess Cynthia Bell, widersprach unterdessen Aussagen anderer Zeugen, nach denen Jackson dem Jungen Alkohol zu trinken gab und ihm während eines Fluges im Februar 2003 den Kopf leckte. Sie habe Jackson damals zwar Weißwein in einer Cola-Dose serviert, sagte Bell. Dies sei jedoch ihre eigene Idee gewesen. Der Sänger sei auf Flügen nervös und trinke Wein, um seine Nerven zu beruhigen. Die Kinder hätten dies auf Jacksons Wunsch jedoch nicht sehen sollen. Der Junge sei während des Fluges laut und recht unausstehlich gewesen und habe sie angeschrien, sein Essen sei nicht heiß. Jackson und seine Kinder hätten sich dagegen höflich verhalten.

Der 46-jährige Jackson ist angeklagt, den damals 13-Jährigen im Februar und März 2003 mindestens zwei Mal auf seiner "Neverland"-Ranch sexuell missbraucht zu haben. Sollte der Popstar in allen zehn Anklagepunkten schuldig gesprochen werden, drohen ihm mehr als 20 Jahre Haft. Schon früher gab es Missbrauchsvorwürfe gegen den Sänger: 1993 erklärte ein 13-Jähriger, Jackson habe ihn belästigt. Der Fall wurde damals außergerichtlich beigelegt. Berichten zufolge zahlte Jackson 23 Millionen Dollar für die Einigung.

Jacksons Exfrau Lisa Marie Presley sprach unterdessen in einem Fernsehinterview über ihre knapp zwei Jahre währende Ehe mit dem Popstar. Auf die Frage, ob Jackson sie geliebt habe, antwortete sie: "Ja, so sehr, wie er jemanden zu lieben im Stande war."

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