Jackson-Prozess: Jetzt entscheiden die Geschworenen - DER SPIEGEL
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Jackson-Prozess Jetzt entscheiden die Geschworenen

Bis zuletzt versuchten beide Seiten, die Geschworenen auf ihre Seite zu ziehen. Jacksons Verteidiger forderten zum Freispruch auf. Die Anklage zeichnete das Bild eines "Raubtiers". Jetzt liegt das Schicksal des Popstars in der Hand der Jury. Sie hat mit den Beratungen zur Urteilsfindung begonnen.
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Santa Maria - Vier Monate nach Prozessbeginn hat der Richter den Fall Jackson an die Geschworenen weitergegeben. Die acht Männer und vier Frauen beraten jetzt über Schuld- oder Freispruch. Anklage und Verteidigung hatten zuvor versucht, die Jury für sich zu gewinnen.

Ein Freispruch sei "das einzig richtige Urteil", sagte Jacksons Anwalt Thomas Meserau vor dem Gericht. Für den Popstar sei der viermonatige Prozess ein "Albtraum" gewesen. Jackson sei "so naiv" gewesen, die betrügerische Familie des heute 15 Jahre alten Klägers aufzunehmen.

Die Familie des Jungen habe im Fall des Popstars versucht, den größten Coup ihres Lebens zu landen. "Dafür brauchen sie nur noch ihre Hilfe", sagte Mesereau zu den Geschworenen, acht Frauen und vier Männer.

Die Familienmitglieder hätten mehrfach Falschaussagen unter Eid gemacht. "Wie viele braucht es noch, damit sie verstehen, dass dieser Fall ein Betrug ist?", fragte der Anwalt. Die Kinder der Familie seien angeleitet worden, Anschuldigungen zu erheben.

Anklage spricht von "Raubtier"

Staatsanwalt Zonen entwarf dagegen das Bild von Jacksons Neverland Ranch als Höhle eines Raubtiers. Der Musiker habe es ausgenutzt, dass der Junge in ihn verliebt gewesen sei und alles getan hätte, was er ihm gesagt habe. Zonen erklärte, bei dem Fall gehe es um die Ausbeutung und den sexuellen Missbrauch eines 13-jährigen Krebskranken durch einen internationalen Star.

Nach dem Beginn der Jury-Beratungen könnte das Urteil schon in der kommenden Woche fallen. Bei einem Schuldspruch in allen zehn Anklagepunkten drohen Jackson bis zu 20 Jahre Haft.

Der Sänger ist angeklagt, den damals krebskranken Jungen vor zwei Jahren mit Alkohol gefügig gemacht und sexuell missbraucht zu haben. Außerdem wird dem einstigen Superstar des internationalen Popgeschäftes angelastet, den Jungen und seine Mutter wochenlang gegen ihren Willen auf seiner Ranch festgehalten zu haben. Der 46-Jährige plädierte in allen zehn Anklagepunkten auf unschuldig.

Jackson ging in die Notaufnahme

Jackson verfolgte die Verhandlung in Anwesenheit seiner Eltern, seiner Schwestern Janet und LaToya sowie der Brüder Jermaine, Tito und Randy. "Michael ist unschuldig", riefen rund 75 Fans bei der Ankunft des Sängers.

Der Popmusiker hatte sich zuvor zur ambulanten Behandlung in die Notfallaufnahme eines nahegelegenen Krankenhauses begeben, teilte eine Kliniksprecherin mit. Über die Gründe dürfe sie nichts sagen.