Jackson-Prozess Jury hat noch kein Urteil gefällt
Santa Maria - Seit Freitag haben die zwölf Geschworenen nunmehr 14 Stunden hinter geschlossenen Türen verbracht. Über den Stand der Gespräche drang kaum etwas nach außen. Das Gremium soll einen einen 63-jährigen Mann hispanischer Abstammung zum Vorsitzenden bestimmt haben, berichtete der Sender MSNBC. Der von Gericht als Juror Nummer 2 titulierte Mann war früher Berater für Jugendliche an Schulen.
Jacksons Schicksal liegt in der Hand von acht Frauen und vier Männern. Sie müssen in jedem der zehn Anklagepunkte ein einstimmiges Urteil treffen. Für die Beratungen sind täglich sechs Stunden angesetzt, die nur durch drei kurze Pausen unterbrochen werden. Am Montag hatten sich die Geschworenen nach der ersten vollen Beratungsrunde ohne Ergebnis vertagt.
Der schwarze Bürgerrechtler Jesse Jackson hat unterdessen den angeschlagenen Musiker gegen Vorwürfe der Wehleidigkeit und Einflussnahme auf die Jury durch ein gespieltes Rückenleiden verteidigt. "Michael hat ein Rückenproblem", sagte Jesse Jackson vor Journalisten vor dem Gericht in Santa Maria im Bundesstaat Kalifornien. Es sei "schmerzhaft", wenn behauptet werde, das sei nur "vorgetäuscht". Der Popstar hatte mit einem rund sechsstündigen Krankenhausaufenthalt am Sonntag erneut für Schlagzeilen gesorgt. Nach Angaben seiner Mitarbeiter ließ er sich wegen seines Rückenleidens behandeln, das ihn während des bereits drei Monate dauernden Prozesses plagt. Jackson ist angeklagt, einen 13 Jahre alten Jungen sexuell missbraucht zu haben. Er hält sich nach offiziellen Angaben während der Jury-Beratungen auf seiner Neverland-Ranch auf. Er muss erst wieder zur Verlesung des Urteils vor Gericht erscheinen. Im Fall eines Schuldspruchs drohen Jackson bis zu 20 Jahre Haft. Im Bezirksgefängnis von Santa Barbara liefen schon die Vorbereitungen für die mögliche Einweisung Jacksons, sagte der frühere Gefängnisleiter Jim Thomas dem Sender MSNBC.