Jackson-Prozess: "Kinder erfinden selten Missbrauchsvorwürfe" - DER SPIEGEL
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Jackson-Prozess "Kinder erfinden selten Missbrauchsvorwürfe"

Ein Psychologe hat im Prozess gegen Popstar Michael Jackson über die Glaubwürdigkeit missbrauchter Kinder gesprochen. Zu den Aussagen des mutmaßlichen Opfers selbst durfte er aber nichts sagen. Eine Stewardess bezeichnete den 15-Jährigen in ihrer Aussage als verzogen und unverschämt.
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Santa Maria - Als Zeuge der Anklage hat Psychologe Stan Katz im Prozess gegen Popstar Michael Jackson ausgesagt, dass Kinder "extrem selten" falsche Missbrauchsvorwürfe vorbrächten. Richter Rodney Melville erlaubte es dem Psychologen gestern allerdings nicht, sich zur Glaubwürdigkeit des damals 13-jährigen Jungen direkt zu äußern, der 2003 von Jackson mit Alkohol gefügig gemacht und missbraucht worden sein soll.

Katz war der erste, der die Behörden über einen möglichen Kindesmissbrauch durch Jackson informiert hatte. Katz sagte, Ankläger, die glaubhaft erschienen, änderten manchmal ihre Geschichte, indem sie Details ausschmückten oder übertrieben. Kinder, die falsche Anschuldigungen vorbrächten, wirkten dagegen oft widerspruchsfrei. Jacksons Verteidigung hat auf Widersprüche in den Aussagen des inzwischen 15-Jährigen und seines Bruders hingewiesen. Katz räumte im Kreuzverhör ein, dass er selbst nicht über das Thema der Glaubwürdigkeit von Kindern und Jugendlichen in Strafprozessen geforscht habe. "Ich erinnere mich an keinen Fall, in dem ein Jugendlicher oder Vorpubertärer Anschuldigungen zur persönlichen Bereicherung vorgebracht hätte", fügte er hinzu.

"Ausgesprochen unhöflich"

Eine andere Zeugin, eine Flugbegleiterin, stellte den Hauptbelastungszeugen zuvor als verzogen und unverschämt dar. Die Stewardess, die Jackson mehrfach bei Flügen begleitet hatte, widersprach außerdem dem Vorwurf, der Sänger habe dem Jungen Alkohol zu trinken gegeben.

Zwar habe sie Jackson Wein in einer Cola-Dose serviert, sie habe den Jungen aber nicht daraus trinken sehen, sagte die Zeugin dem Gericht in Santa Maria. Die Idee, den Alkohol mit einer Limonadendose zu tarnen, habe von ihr gestammt. Jackson wünsche nicht, beim Konsum von Alkohol beobachtet zu werden.

Das mutmaßliche Missbrauchsopfer habe sie in sehr schlechter Erinnerung, berichtete die Stewardess. Der damals 13-jährige Junge habe ständig Sonderwünsche geäußert, sei ausgesprochen unhöflich gewesen und habe mit einer Uhr angegeben, die Jackson ihm geschenkt habe. "Er sagte: Michael hat mir diese Uhr geschenkt, und er würde mir alles kaufen." Die Staatsanwaltschaft bezeichnet die Uhr als Bestechungsgeschenk, mit dem der Sänger den Jungen dazu gebracht habe, den gemeinsamen Alkoholkonsum geheim zu halten.

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