Jackson-Prozess: VIP-Auflauf im Zeugenstand - DER SPIEGEL
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Jackson-Prozess VIP-Auflauf im Zeugenstand

Es sind schillernde Persönlichkeiten, die Michael Jacksons Anwalt zur Verteidigung des Popstars in den Zeugenstand rufen will: Neben Schauspiellegende Elizabeth Taylor sollen auch Sangeskollegen wie Diana Ross und Stevie Wonder im Prozess für den wegen Kindesmissbrauchs angeklagten Popstar aussagen.
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Santa Maria - Jacksons Anwalt Thomas Mesereau veröffentlichte gestern die 350 Namen umfassende Liste, auf der neben Schauspieler Chris Tucker, Produzent Quincy Jones, Talkmaster Jay Leno auch der Basketball-Star Kobe Bryant und Bee-Gees-Star Barry Gibb aufgeführt sind. Mesereau fügte hinzu, dass er auch zehn Mitglieder der Jackson-Familie im Prozess aufrufen wolle - darunter die Kinder des 46-jährigen Sängers, Paris and Prince Michael, sowie einige seiner Nichten und Neffen.

Der Anwalt erklärte nicht, welche Aussagen die berühmten Entertainer und Athleten zu Gunsten Jacksons vorbringen könnten. Die Reaktion der Jury-Kandidaten auf die VIP-reiche Zeugenliste war Prozessbeobachtern zufolge verhalten. Die Geschworenen-Anwärter mussten angeben, ob sie die prominenten Zeugen so behandeln würden wie jeden anderen. Alle Kandidaten beteuerten, sie seien dazu sehr wohl in der Lage.

Richter Rodney Melville hatte die Anwälte des Popstars gebeten, die Namen der Zeugen vorzulegen, bevor man mit der detaillierten Befragung der 242 Geschworenenkandidaten beginne. Das Gericht stellte nach Veröffentlichung der Liste klar, dass vermutlich nicht alle genannten Stars auch tatsächlich erscheinen würden. Derweil wurde die Befragung der möglichen Geschworenen fortgesetzt. Das Gericht muss aus den zahlreichen Kandidaten zwölf Geschworene und acht Ersatzkandidaten auswählen.

Mesereau hatte gestern 20 der potentiellen Geschworenen nach ihren Gefühlen gegenüber Jackson und den Medien im Allgemeinen befragt. Der Anwalt, von dem bekannt ist, dass er den jugendlichen Ankläger seines Mandanten für einen Lügner hält, fragte die Kandidaten, ob sie Aussagen von Minderjährigen als verlässlich einstuften. Eine Frau sagte Mesereau, sie empfinde Mitleid mit Jackson, weil sie selbst bereits zwei Mal fälschlicherweise des Kindesmissbrauchs angeklagt gewesen sei.

Jackson wird vorgeworfen, auf seiner Neverland Ranch einen damals 13-jährigen Jungen mit Alkohol gefügig gemacht und dann sexuell missbraucht zu haben. Der Popstar hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

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