Jackson-Sprecherin "Dies ist kein Zirkus"
Santa Maria - Nachdem die sechsstündige Sitzung der Geschworenen auch gestern ergebnislos beendet wurde, muss der des Kindesmissbrauchs angeklagte Jackson weiter bangen. Nach Angaben seiner Sprecherin Raymone Bain vertreibt sich der Sänger die Zeit auf der nahe gelegenen Neverland-Ranch mit seinen drei Kindern und fernsehen. Er sei "guter Dinge, aber natürlich nervös", so Bain.
Die Sprecherin rief Jacksons Fans und die Medien zur Zurückhaltung auf. "Alle sollten ruhig sein, Michael und seine Familie sind ruhig", sagte Bain. In den vergangenen Tagen war es zu Zusammenstößen zwischen fanatischen Jackson-Fans und Medienvertretern vor dem Gerichtsgebäude und vor Jacksons Ranch gekommen. "In diesen Tagen sind die Leute ein bisschen angespannt und gestresst" sagte Bain. Sie rufe jedoch alle Beteiligten dazu auf, "ruhig Blut zu bewahren und sich darüber im Klaren zu sein, wo sie sind: Dies ist kein Zirkus, das ist kein Spiel und auch kein Konzert. Hier steht das Leben eines Mannes auf dem Spiel".
Bain dementierte außerdem Gerüchte, Jackson sei ernsthaft krank. Er leide lediglich an Rückenschmerzen, die ihn bereits seit vier Monaten plagten. "Wir haben Gerüchte gehört, er sei am Rande des Todes. Das ist absolut nicht wahr", betonte die Sprecherin. Auch Gerüchte, Jacksons Mutter Katherine habe einen Schlaganfall erlitten, entsprächen nicht den Tatsachen.
Kurz nach Bains Auftritt vor dem Gerichtssaal sorgten Erklärungen für Verwirrung, ausschließlich Anwalt Mesereau dürfe für den Popstar sprechen. "Die Anstrengungen von Michael Jacksons Freunden und Unterstützern werden wahrgenommen und sehr gewürdigt", hieß es auf Jacksons Website. "Dennoch sind nur Michael Jacksons Anwälte befugt, in seinem Namen zu sprechen." Mesereau veröffentlichte eine weitere Erklärung, in der er betonte, er habe niemandem die Erlaubnis erteilt, für Jackson und seine Familie zu sprechen oder Pressekonferenzen zu geben. Für das Verfahren gelte eine gerichtliche Stillschweigeverpflichtung, die er einzuhalten gedenke. Neben Bain hatte in den vergangenen Tagen auch der Bürgerrechter Jesse Jackson mehrfach Kommentare zum Zustand des 46-Jährigen abgegeben.
Jackson ist angeklagt, vor zwei Jahren einen damals 13 Jahre alten Jungen sexuell missbraucht zu haben; ihm drohen bis zu 18 Jahre Gefängnis. Der 46-jährige Musiker bestreitet die Vorwürfe.