Jackson vor Gericht Prozess im Schoß der heiligen Maria
Santa Maria - Nicht dass den Bewohnern der kalifornischen Kleinstadt Santa Maria der Rummel um den Michael-Jackson-Prozess ganz unwillkommen wäre. Schließlich sorgen mehr als 1000 Journalisten aus den USA und dem Ausland für einen erheblichen Aufschwung im Hotel- und Gaststättengewerbe der 85.000-Einwohner-Stadt. Aber viele hätten lieber ihre Ruhe, die zu der beschaulichen Umgebung mit ihren Weingärten, Erdbeer- und Broccolifeldern vor einer majestätischen Gebirgskulisse besser passt als die Hektik um einen der spektakulärsten Prozesse der USA.
Santa Maria liegt 275 Kilometer nördlich von Los Angeles. Wegen günstiger Immobilienpreise stieg die Einwohnerzahl in den vergangenen Jahren um etwa zehn Prozent. Viele Pendler nehmen täglich die 110 Kilometer nach Santa Barbara im Süden oder die 50 Kilometer nach San Luis Obispo im Norden in Kauf. Für ein Haus in Santa Barbara oder Los Angeles müssten sie das Doppelte bezahlen, sagt der Präsident der Handelskammer von Santa Maria, Bob Hatch. Der Inhaber des traditionsreichen Santa Maria Inns, John Reinacher, betont, er hätte in Santa Barbara das Dreifache für ein vergleichbares Haus zahlen müssen.
In der goldenen Hollywood-Ära machten Stars wie Bob Hope, Clark Gable, Cary Grant, Bette Davis, Joan Crawford, Jimmy Stewart und Rudolph Valentino in Santa Maria Station, wenn sie an die Küste Mittelkaliforniens reisten. Jacksons Neverland Ranch liegt im größeren Umkreis der Stadt. Der für den Oscar nominierte Film "Sideways" spielt unter anderem in den Probierstuben mehrerer Winzer der Umgebung, zu der auch Los Olivos gehört - ein Ort auf halber Strecke zwischen Santa Maria und Santa Barbara. Etwa 50 Kilometer südlich von Los Olivos liegt Jacksons Ranch.
Tim Molloy, AP