Jacksons Gegenangriff: "Ein modernes Lynchen" - DER SPIEGEL
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Jacksons Gegenangriff "Ein modernes Lynchen"

Die Jackson-Familie versucht mit allen Mitteln, Schaden von ihrem prominentesten Mitglied abzuwenden: Das Verfahren gegen Michael sei rassistisch motiviert.
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Berlin - "Es gibt zweierlei Auslegungen von Gesetzen in diesem Land. Eine für Weiße und eine für Schwarze", sagte Michael Jacksons Mutter Catherine dem Internetdienst der "Bunten". Zudem mutmaßte sie über eine gezielte Aktion gegen den Sänger: "Ich mache mir darüber Gedanken, ob ihm irgendjemand eine Falle gestellt haben könnte und gefälschte Beweise in seinem Haus versteckt hat."

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Auch Jacksons Vater Joe betonte, es sei doch schon "verrückt, dass ausgerechnet am Tag, an dem Michaels neue Single erscheinen sollte, 70 Polizisten die Ranch verwüsteten". Er glaube aber nicht, dass die neuen Anschuldigungen die Karriere seines Sohnes beenden werden.

Bruder Jermaine Jackson versicherte, die Familie glaube Michael. "Die ganze Familie steht hinter Michael, hundertprozentig, tausendprozentig", sagte er dem US-Fernsehsender CNN. "Michael ist unschuldig." Das was im Moment passiere, sei am Ende nichts anderes als "ein modernes Lynchen".

Dass es sich um eine persönliche Auseinandersetzung zwischen Jackson und dem Staatsanwalt von Santa Barbara County handeln könnte, deuteten einige Medien an. Immerhin hatte Thomas W. Sneddon Jr. den Tag der Durchsuchungsaktion auf Jacksons Ranch festgelegt. Der Zwist zwischen Sneddon und dem Superstar reicht mehr als zehn Jahre zurück. Damals ging der Staatsanwalt erstmals einem Vorwurf des Kindesmissbrauchs gegen Jackson nach. Als das Kind die Aussage vor Gericht verweigerte, war Sneddon gezwungen, seine Ermittlungen einzustellen. Der Sänger rächte sich später, indem er sich in einem Song bitter über den Staatsanwalt beschwerte.

Am Mittwoch kündigte Sneddon an, das Szenario von 1993 werde sich diesmal nicht wiederholen. Aus seiner Sicht sei in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden, Jackson habe sich damals von den Vorwürfen freigekauft, erklärte der Bezirksstaatsanwalt von Santa Barbara. Den Eindruck, er habe nur auf eine neue Gelegenheit gewartet, wieder gegen Jackson vorgehen zu können, wies er scharf zurück. Seitdem er 1993 die Akte geschlossen habe, habe er auch gedanklich mit dem Fall abschlossen.