Jagd auf den Heckenschützen: Erste heiße Spur - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Jagd auf den Heckenschützen Erste heiße Spur

Auf der Suche nach dem Heckenschützen von Washington ist der Polizei offenbar ein erster Fahndungserfolg gelungen. Ein Polizeisprecher bestätigte Medienberichte, wonach Ermittler eine Patronenhülse in einem weißen Kasten-Lieferwagen gefunden haben.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Washington - Ein solcher weißer Lieferwagen war von Zeugen bei mehreren Attentaten des Heckenschützen gesehen worden. Der Unbekannte hat in den vergangenen zwei Wochen insgesamt neun Menschen getötet und zwei schwer verletzt.

Wie die Polizei mitteilte, habe man den Kastenwagen an einer Verleihstation im US-Bundesstaat Virginia entdeckt. Wie der US-Nachrichtensender CNN am Freitagabend berichtete, fand ein Angestellter der Firma die Patronenhülse beim Reinigen des Fahrzeugs. Die Autovermietung soll sich in der Nähe des Flughafens Dulles bei Washington befinden.

Das Kaliber der gefundenen Patronenhülse ist noch nicht bekannt. Die Ermittler erwarten einen kriminaltechnischen Befund frühestens am Samstagvormittag (Ortszeit). Wann genau man den Lastwagen gefunden habe, teilte die Polizei nicht mit. Ein Ermittlerteam habe den Fundort abgeriegelt und die Untersuchungen aufgenommen.

Zuvor war am Freitag ein Mann, der nach dem letzten Mord des Heckenschützen die Polizei als angeblicher Zeuge belogen hat, wegen Falschaussage angeklagt worden. Der 37-Jährige hatte die Beamten auf eine falsche Fährte geführt und damit die Ermittlungen zurückgeworfen. Auf Grund seiner Aussage suchten die Behörden zunächst nach einem dunkelhäutigen Mann und einem cremefarbenen Kleinbus.

Der 37-Jährige hatte sich am Donnerstag als Augenzeuge bei der Polizei gemeldet. Später stellten sich seine Angaben als unglaubwürdig heraus. Als der Schuss fiel, war er innerhalb des Ladens und nicht auf dem Parkplatz, auf dem das neunte Todesopfer des Täters zusammenbrach. Sollte er verurteilt werden, erwarten ihn bis zu sechs Monate Haft.

Der mysteriöse Heckenschütze versetzt die Menschen im Großraum Washington seit dem 2. Oktober in Angst und Schrecken, weil er immer ohne Vorwarnung und aus großer Entfernung auf seine offenbar wahllos gewählten Opfer schoss. Aus Angst vor weiteren Anschlägen wurden in den vergangenen Tagen viele öffentliche Veranstaltungen verlegt oder abgesagt.

Mehr lesen über