Vorfall in Japan Bär hält Supermarkt tagelang besetzt – dann tappt er in eine Honigfalle
Japanischer Braunbär auf der Insel Hokkaido (Symbolbild)
Foto: Satoru S / iStockphoto / Getty ImagesEr kam kurz vor Ladenöffnung am Samstagmorgen und blieb für mehr als zwei Tage. Ein Bär hat in der japanischen Stadt Akita in den vergangenen Tagen für viel Aufsehen gesorgt und Anwohner wie Polizei in Atem gehalten. Nur mit viel Geschick und einer offenbar nicht unerheblichen Menge Süßspeisen ließ er sich am Montagmorgen wieder aus dem Gebäude herauslocken.
Um den Bären aus dem Supermarkt zu bekommen, habe man eine Falle mit »Reiskleie, Bananen, Äpfeln und Brot« präpariert und »alles mit Honig bestrichen«, sagte ein Beamter der Stadtverwaltung in Akita. Damit habe man das Tier auf die Rückseite des Supermarkts lotsen können. Zuvor hätten Fallen an den Eingängen und eine Drohne wenig Abhilfe geschaffen, heißt es.
Angriff in der Feinkostabteilung
Der Bär hatte am Samstagmorgen einen 47-jährigen Mann in dem Supermarkt am Kopf verletzt und die Fleischabteilung verwüstet, wie die Zeitung »Asahi Shimbun« berichtete. Der Mann arbeitete offenbar in der Feinkostabteilung. Die Polizei habe zunächst vergeblich versucht, einen Jäger zu finden, um das Tier töten zu lassen, heißt es weiter. Bilder zeigten Einsatzkräfte in Schutzausrüstung vor dem Eingang des Supermarkts.
Japanische Polizisten bereiten sich auf den Einsatz gegen den Bären vor
Foto: Takuma Natsume / The Yomiuri Shimbun / AFPIn Japan sind in diesem und im vergangenen Jahr innerhalb von zwölf Monaten sechs Menschen durch Bären getötet worden, doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. In dieser Zeit wurden mehr als 9000 Bären getötet. Seit Ende März kamen in Japan drei Menschen durch Bären ums Leben, unter ihnen eine ältere Frau, die in ihrem Garten angegriffen wurde, und ein Fischer, dessen abgetrennter Kopf an einem See gefunden wurde.
Zahl der Bären hat sich mehr als verdoppelt
Japans Bärenpopulation ist in den vergangenen Jahren deutlich angewachsen. Einer Schätzung zufolge beträgt die Zahl der asiatischen Schwarzbären derzeit 44.000. Im Jahr 2012 waren es noch schätzungsweise erst 15.000. In dieser Zahl ist die Insel Hokkaido noch nicht eingerechnet, wo knapp 12.000 Braunbären leben sollen. Auch ihre Zahl hat sich deutlich erhöht.
Laut Experten führt der Bevölkerungsschwund in ländlichen Gebieten Japans dazu, dass sich hungrige Bären näher an Dörfern und Städten aufhalten. Zudem wirkt sich der Klimawandel auf die Nahrungsversorgung der Allesfresser und ihre Winterschlafzeiten aus. Aus Hunger kommen die Tiere derzeit offenbar noch näher als sonst.
Für den eingefangenen Bären in Akita endete der Supermarktbesuch tödlich. Laut der Polizei wurde er betäubt und getötet.