Japan Heftiges Erdbeben erschüttert Kumamoto
Japan: Heftiges Erdbeben erschüttert Kumamoto
Foto: KYODO/ REUTERSEin heftiges Erdbeben hat erneut die Präfektur Kumamoto im Süden Japans getroffen. Der Erdstoß hatte laut dem Geologischen Dienst der USA (USGS) eine Stärke von 7,0. Die japanische Meteorologiebehörde nannte den Wert von 7,3. Der Erdstoß ereignete sich vergleichsweise flach unter der Erde. Ersten Behördenangaben zufolge kam ein Mensch ums Leben, Dutzende weitere wurden verletzt. Die Erschütterungen waren Hunderte Kilometer weit zu spüren. Japans Meteorologiebehörde hob eine zunächst ausgegebene Tsunami-Warnung inzwischen wieder auf.
Detaillierte Berichte über Schäden und Verletzte liegen bislang nicht vor. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt. Helfer suchten an verschiedenen Orten nach Verschütteten. Laut einem Bericht des Rundfunksenders NHK brach in der Stadt Kumamoto eine Brücke zusammen. Bei einem Brand in einem Wohngebäude in der Stadt Yatsushiro wurde Behördenangaben zufolge ein Bewohner getötet.
Eine ältere Frau mit Helm sucht Schutz
Foto: KYODO/ REUTERSDas Beben ereignete sich um 1.25 Ortszeit (18.25 MESZ). In der betroffenen Gegend wohnen Hunderttausende Menschen, dort sind zahlreiche Produktionsstätten angesiedelt, unter anderem aus der Auto-, Stahl- und Schiffbauindustrie.
Dem japanischen Sender NHK zufolge gab es einige Anrufe von Bewohnern der Region, die von in Häusern verschütteten Menschen berichteten. Bei einer Live-Schaltung des Senders in die Unglücksregion waren Sirenen von Rettungsfahrzeugen zu hören.
Erst am Donnerstag waren bei einem Erdbeben in der Region mindestens neun Menschen ums Leben gekommen und 1100 verletzt worden. Das aktuelle Beben der Stärke 7,0 war um ein Vielfaches stärker.
Die Beben hängen zusammen
Zehntausende Anwohner brachten sich am Donnerstag in Notunterkünften in Sicherheit, viele verbrachten die Nacht unter freiem Himmel. Etwa 3000 Einsatzkräfte von Polizei, Militär und Feuerwehr waren im Einsatz.
Rund zwei Dutzend Wohnhäuser sowie Betonmauern stürzten ein, stellenweise brachen Feuer aus. In Tausenden Häusern fiel die Strom- und Wasserversorgung aus.
Seit den starken Beben vom Donnerstagabend gegen 21.30 Uhr wurde die Region allein bis zum nächsten Morgen von vielen Nachbeben heimgesucht.
Bei den Beben habe es sich um Vorbeben des aktuellen, bislang stärksten Bebens gehandelt, teilt der Geologische Dienst der USGS mit. Die Beben hängen also miteinander zusammen. Laufend lassen nun leichtere Nachbeben die Region erzittern.
Der Südwesten Japans bebt, weil vor der Küste die Philippinische Erdplatte mit sechs Zentimetern pro Jahr unter die Eurasische ruckelt. Die dicken Felskolosse sind verhakt - beizeiten lösen Beben die Spannung.
Die aktuellen Beben sind ungewöhnliche Ereignisse, sie ereigneten sich laut USGS innerhalb der oben liegenden Eurasischen Platte, die von Brüchen durchzogen ist - und nicht wie gewöhnlich in größerer Tiefe an der abtauchenden Philippinischen Platte.