Japan: Schweres Erdbeben verletzt Hunderte - DER SPIEGEL
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Japan Schweres Erdbeben verletzt Hunderte

Der Strom fiel aus, der Bahnverkehr kam zum Erliegen, es gab Erdrutsche. Noch im 300 Kilometer entfernten Tokio war ein schweres Erdbeben zu spüren, das den Nordosten der Hauptinsel Honshu erschütterte. Mehr als 400 Menschen wurden dabei verletzt.
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Tokio - Das Epizentrum des Bebens der Stärke 6,2 auf der Richterskala lag in der Präfektur Miyagi, rund 300 Kilometer nördlich der Hauptstadt Tokio. Kurz nach Mitternacht war dieselbe Region bereits von einem Beben der Stärke 5,5 erschüttert worden, bei dem elf Menschen verletzt wurden. Das Gebiet ist meist ländlich geprägt, mit wenigen großen Städten und einigen ansässigen High-Tech-Unternehmen.

In der in weiten Teilen betroffenen Region Tohoku wurden bis zum frühen Nachmittag (Ortszeit) mehr als 500 Nachbeben registriert, rund 150 davon waren für Menschen spürbar.

Bei dem zweiten Beben wurden in der Stadt Kanancho bei einem Erdrutsch zwei Menschen verschüttet. Sie konnten jedoch rasch geborgen werden. Die Behörden warnten vor der Gefahr weiterer Erdrutsche, da der Boden vom heftigen Regen der Nacht zuvor aufgeweicht sei. "Das war wirklich ein heftiger Stoß", berichtete eine Frau dem Sender. "Ich wusste nicht, was los war. Jetzt ist das ganze Haus in Unordnung."

Rund 130.000 Haushalte seien vorübergehend ohne Strom gewesen, berichtete NHK. Ein Zug mit rund zehn Passagieren sei entgleist, wobei aber offenbar niemand verletzt wurde. In der Gebirgsstadt Nangocho wurden rund 50 Häuser beschädigt, wie ein Behördensprecher sagte. Einige Bewohner seien in einer Schule in Sicherheit gebracht worden. Von dem Atomkraftwerk Onagawa in der Region wurden keine Schäden gemeldet.

Miyagi war Ende Mai von einem Beben der Stärke 7,0 auf der Richterskala erschüttert worden. Mehr als 100 Menschen wurden damals verletzt. In der westjapanischen Stadt Kobe waren vor acht Jahren bei einem Beben der Stärke 7,2 auf der Richterskala 6430 Menschen ums Leben gekommen.