Japan: Sekten-Guru Shoko Asahara abgesetzt - DER SPIEGEL
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Japan Sekten-Guru Shoko Asahara abgesetzt

Sie selbst betrachten sich als religiöse Sekte, den meisten Japanern aber gelten sie als kriminelle Vereinigung, die für den tödlichen Giftgasanschlag auf die Tokioter U-Bahn verantwortlich war. Jetzt haben die Mitglieder von Aum Shinrikyo ihr Oberhaupt Shoko Asahara für abgesetzt erklärt.
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Tokio - Aum gab mit der Absetzung Asaharas erstmals seine Verantwortung für eine Reihe von Verbrechen zu. Dazu zählt der Giftgasanschlag auf Tokios U-Bahn im März 1995, bei dem zwölf Menschen starben und tausende verletzt wurden.

Gleichwohl behalte Asahara seinen spirituellen Status bei, heißt es in einer Erklärung vom Dienstag. Sie wurde von Asaharas Nachfolgerin als Sektenoberhaupt, Tatsuko Muraoka, und dem kürzlich aus der Haft entlassenen charismatischen Führungsmitglied Fumihiro Joyu veröffentlicht.

Die Sekte benannte sich zugleich in "Aleph" um. Den Mitgliedern der Sekte sei von nun an jeder Kontakt zu Verantwortlichen für den Giftgasanschlag und andere Verbrechen verboten, heißt es in der schriftlichen Erklärung weiter. Darin entschuldigten sich Muraoka und Joyu bei den Opfern der Verbrechen. Alle Anhänger müssten nun ihre Mitgliedschaft erneuern, hieß es.

Mit den Reformen will die Sekte einen Schlussstrich unter die Vergangenheit setzen. Doch in Justizkreisen wird das Vorgehen der Sekte als Trick bezeichnet, um die unlängst in Kraft gesetzten Anti-Aum-Gesetze zu umgehen. Mit ihnen will der japanische Staat die Sekte schärfer kontrollieren. Zwar war sie in letzter Zeit kaum aufgefallen. Dennoch gab es verstärkt Razzien, während sich zunehmend Widerstand der Bürger gegen die Sekte formierte. Die Sicherheitsbehörden halten Aum weiter für gefährlich.