Japan: Taifun "Nabi" richtet enorme Schäden an - DER SPIEGEL
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Japan Taifun "Nabi" richtet enorme Schäden an

Der Taifun "Nabi" ist über die südjapanische Insel Kyushu hinweg gefegt. Die Folgen: Fünf Menschen starben in den Wassermassen, 45 wurden verletzt. Der Wirbelsturm ließ Flüsse gewaltig anschwellen, überflutete ganze Ortschaften und kappte in 241.000 Haushalten vorübergehend den Strom.
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Tokio/Peking - Die Bilanz des in Südjapan tobenden Taifuns mit dem schönen Namen "Nabi" - "Schmetterling" - ist düster: Bis heute hat der tropische Wirbelsturm fünf Menschen in den Tod gerissen und 45 verletzt. Auf Kyushu kam es in Folge heftiger Regenfälle und Orkanböen an vielen Stellen zu Erdrutschen, 14 Menschen werden derzeit noch vermisst. Einsatzkräfte berichten von völlig zerstörten Häusern.

In Japan wurden mehr als 115.000 Menschen aufgerufen, sich vor "Nabi" in Sicherheit zu bringen, allein auf Kyushu wurden bisher bereits 100.000 Menschen evakuiert. Der 14. Taifun in der Region in dieser Sturmsaison brachte gewaltige Wassermassen und Sturmböen mit sich, er ließ Flüsse anschwellen und überflutete ganze Ortschaften. Rund 241.000 Haushalte waren zeitweise ohne Strom. Bewohner wurden unter anderem mit Schlauchbooten in Sicherheit gebracht, Erdrutsche blockierten Straßen und Gleise, der Verkehr wurde stark behindert. Laut Berichten örtlicher Medien mussten rund 900 Flüge gestrichen werden.

Ein Ende der Katastrophe ist noch nicht abzusehen: Meteorologen warnten die Bevölkerung vor weiteren Regenfällen, Sturmböen, Erdrutschen und hohem Wellengang. Der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi sagte alle für morgen geplanten Wahlkampfauftritte ab, um in Tokio einen Krisenstab leiten zu können. Die Behörden riefen außerdem Soldaten zur Hilfe.

Heftige Böen und sintflutartige Regenfälle hatten bereits gestern zu Überschwemmungen und Stromausfällen in der Hauptstadt Tokio geführt. In der Nacht zu gestern waren dort mehr als hundert Millimeter Niederschlag gefallen, fast 200 Häuser wurden überschwemmt.

"Nabi" ist der heftigste Wirbelsturm in der Region seit Jahren, er wurde als Taifun der Kategorie vier eingestuft. Auch Hurrikan "Katrina", der in der vergangenen Woche die Südstaaten der USA heimgesucht hatte, war ein Klasse-Vier-Sturm. Im Inneren erreichte "Nabi" Windgeschwindigkeiten von 124 Kilometern in der Stunde. Der Taifun bewegt sich nun langsam nordwärts auf das Meer hinaus. Auch die Behörden in Südkorea und im Osten Chinas gaben Flutwarnungen heraus.

In der vergangenen Woche hatte in China bereits der Taifun "Talim" gewütet. Die Zahl der Menschen, die dort ums Leben kamen, stieg auf 102, Dutzende werden noch vermisst. Der durch den Wirbelsturm entstandene wirtschaftliche Schaden wird in einer Bilanz des Verwaltungsministeriums in Peking auf umgerechnet 1,2 Milliarden Euro geschätzt. 39.700 Häuser wurden zerstört, 117.000 beschädigt. In der besonders schwer betroffenen Provinz Anhui mussten 420.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden, berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Der Staatsrat in Peking unterstützt die betroffenen Gebiete mit umgerechnet rund 18,2 Millionen Euro.

Japan war bereits Ende August von einem heftigen Wirbelsturm heimgesucht worden: "Mawar" tötete einen Menschen, sieben wurden verletzt.