Japan: Die Wucht des Taifuns
Tote und Vermisste "Hagibis" hinterlässt Spur der Verwüstung in Japan
In Japan wird erst langsam das Ausmaß der Zerstörung durch Taifun "Hagibis" sichtbar. Der Sturm war am Samstag in der Nähe von Tokio auf Land gestoßen und zog von da aus Richtung Nordosten weiter. Mindestens vierzehn Menschen wurden getötet. Mehr als 140 Menschen seien bei dem Unwetter verletzt worden. Rund ein Dutzend Menschen werden vermisst.
Fernsehsender zeigten Luftaufnahmen von überschwemmten Wohngebieten unter anderem in der mit am schwersten betroffenen Provinz Nagano. Auch in vielen anderen Gegenden waren Flüsse übers Ufer getreten und Dämme gebrochen, wodurch Häuser und Straßen überflutet wurden.
Zehntausende Haushalte ohne Strom
Mit Militärhubschraubern und Schlauchbooten wurden Menschen aus überschwemmten Häusern in Sicherheit gebracht. Vielerorts gab es Erdrutsche, umgestürzte Bäume blockierten Straßen. Allein in der Tokioter Nachbarprovinz Chiba, wo erst im vergangenen Monat ein Taifun gewütet und massive Stromausfälle verursacht hatte, wurde ein Dutzend Häuser zerstört. Mehr als 100.000 Haushalte waren am frühen Sonntag von der Elektrizitätsversorgung abgeschnitten. Auch in anderen Regionen kam es in Zigtausenden Haushalten zu Stromausfällen.
Japan: Die Wucht des Taifuns
Der Wirbelsturm "Hagibis" (Philippinisch für "schnell") war einer der heftigsten der vergangenen Jahrzehnte. Er zog von Tokio weiter in jene Region, wo es 2011 zu einer Erdbeben- und Tsunamikatastrophe mit Tausenden Toten gekommen war. Auch dort kam es durch den Taifun zu schweren Überschwemmungen und Erdrutschen. Als Folge mussten die Organisatoren der in Japan laufenden Rugby-Weltmeisterschaft ein weiteres Spiel absagen. Betroffen war die Begegnung Namibia gegen Kanada, die in Kamaishi stattfinden sollte.
Wegen der Gefahr durch die massiven Niederschläge, die zu den schlimmsten seit rund 60 Jahren zu werden drohten, hatten die Behörden für Tokio und mehrere andere Regionen erstmals die höchste Warnstufe ausgegeben. Mehr als sechs Millionen Bewohnern des Landes wurde geraten, sich vor dem Wirbelsturm - der in Japan schlicht Taifun Nummer 19 in der laufenden Saison genannt wird - in Sicherheit zu bringen.
Sonne am Sonntag in Tokio
In Tokio schien am Sonntagmorgen bereits wieder die Sonne. Dort und in den meisten Teilen Zentral- und Ostjapans wurden die Evakuierungsanweisungen am Sonntagmorgen wieder aufgehoben. Die Behörden warnen jedoch vor der Gefahr durch Erdrutsche und Schlammlawinen. Nach Angaben des Ministeriums für Boden, Infrastruktur und Tourismus gingen in neun der betroffenen Provinzen mindestens 33 Erdrutsche und Schlammlawinen ab.
In der Bucht von Tokio sank ein Frachtschiff aus Panama, das dort ankerte, als sich der Taifun näherte. Ein Mensch an Bord kam ums Leben, vier Besatzungsmitglieder wurden am Sonntag gerettet, wie japanische Medien berichteten. Sieben Menschen galten als vermisst.