Japan: Weitere Nachbeben nach schwerem Erdstoß - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Japan Weitere Nachbeben nach schwerem Erdstoß

Mehrere starke Erdbeben haben in Zentraljapan mindestens ein Menschenleben gefordert und erhebliche Schäden angerichtet. Auf die Küsten rollte eine kleine Tsunamiwelle zu. Weitere Erschütterungen sind zu erwarten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Tokio - Mehrere Nachbeben folgten dem heftigen Erdstoß von heute morgen. Eines davon habe die Stärke 5,3 erreicht und Zentraljapan erschüttert, berichtete der japanische Fernsehensender NHK. Über Schäden oder Opfer gab es zunächst keine Angaben.

In der Region wackelte bereits kurz zuvor, um 9.42 Uhr (Ortszeit), die Erde. Bei dem Erdbeben der Stärke 6,9 wurde eine Frau getötet; mehr als 160 Menschen wurden neuesten Angaben zufolge verletzt. Durch das 30 Sekunden dauernde Beben entstand zudem große Sachschäden, unter anderem weil Straßen aufrissen, 25 Häuser einstürzten und etwa 200 weitere stark beschädigt wurden. Das Beben löste Erdrutsche aus und führte zu Unterbrechungen der Strom-, Telefon- und Wasserversorgung.

Die Regierung bestätigte den Tod einer 52-jährigen Frau, die einem Rundfunkbericht zufolge von einer Laterne erschlagen wurde. Kabinettsminister Yasuhisa Shiozaki kündigte die Entsendung von Polizisten und Soldaten zur Unterstützung der Betroffenen an.

36 Minuten nach dem starken Beben rollte eine kleine Tsunamiwelle auf den betroffenen Küstestreifen. Sie sei zehn Zentimeter hoch gewesen, teilte Japans Meteorologie-Amt mit. Nach einer Stunde wurde die Tsunamiwarnung wieder aufgehoben.

Das Epizentrum des Bebens lag rund 40 Kilometer vor der Halbinsel Noto in rund 50 Kilometer Tiefe unter dem Meeresboden.

Japan: Ständig in Erdbeben-Gefahr

Erdbeben sind in Japan häufig, weil das Land in einer der seismisch aktivsten Regionen der Erde liegt. Rund ein Fünftel aller weltweit registrierten Erdbeben ereignet sich in Japan.

Im Januar 1995 waren bei einem Beben mit der Stärke 7,3 in der japanischen Stadt Kobe mehr als 6400 Menschen ums Leben gekommen. 2004 kamen in der nordjapanischen Region Niigata 65 Menschen bei einem Beben der Stärke 6,8 ums Leben, mehr als 3000 wurden verletzt.

Die heute von den Beben erschütterte Region gehöre jedoch nicht zu den besonders erdbebengefährdeten Gebieten, sagte der Seismologe Takeshi Hachimine. Das letzte größere Beben dort ereignete sich 1933 - damals kamen drei Menschen ums Leben.

Etwa gleichzeitig mit den Erdstößen vor Japan bebte heute Morgen nahe der Republik Vanuatu im Südpazifik zwei Mal die Erde, meldete das australische Geologie-Amt. Die Stöße des Unterwasserbebens hätten Stärken von 7,3 und 7,1 erreicht.

Berichte über Schäden habe es zunächst nicht gegeben. Bewohner der Küstenregionen wurden vorsichtshalber ins Landesinnere gebracht, wie die Behörden mitteilten. Das Epizentrum des stärkeren Bebens lag 335 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Port Vila und 115 Kilometer südlich der kleinen Vulkaninsel Tanna.

fba/Reuters/AP/AFP

Verwandte Artikel