Japan: Wieder Zwischenfall in Atommeiler - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Japan Wieder Zwischenfall in Atommeiler

Wegen eines Kühlwasserlecks musste in Japan erneut ein Atomreaktor heruntergefahren werden. Radioaktivität sei nicht freigesetzt worden, teilten die Behörden mit. Erst im vergangenen September war es in der Brennelementefabrik Tokaimura zum bisher schwersten Atomunfall in der Geschichte Japans gekommen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Tokio - Ein Arbeiter des am Japanischen Meer gelegenen Mihama-Meilers Nummer zwei habe das Leck am Freitagmorgen (Ortszeit) im primären Kühlwasserkreislauf entdeckt, wie die Behörden der zentraljapanischen Provinz Fukui mitteilten.

Kurz vor 10 Uhr habe der Arbeiter festgestellt, dass im Eisengehäuse für den 500.000-Kilowatt-Leichtwasserreaktor primäres Kühlwasser in einer Menge von zwei bis drei Litern pro Stunde austrat.

Es sei möglich, dass das Leck vor etwa einer Woche entstanden sei. Nach Einschätzung der Behörden dürfte aber nur eine kleine Menge an radioaktivem Kühlwasser ausgetreten sein. Bei einem Kühlwasserleck in einer Uran-Verarbeitungsanlage in Tokaimura waren Ende September nach offiziellen Angaben mindestens 150 Menschen radioaktiv verseucht worden, ein verstrahlter Arbeiter starb später.

Nach dem Unfall kündigte die japanische Regierung an, ihre Nuklearpolitik zu überdenken. So sollen bis 2010 nicht wie geplant 16 bis 20 neue Meiler gebaut werden, sondern möglicherweise nur etwa ein Dutzend.