Japan Zug rast in Wohnhaus - Dutzende Tote
Tokio - Vier der sieben Wagen des Expresszugs entgleisten bei dem Unglück bei Amagasaki nahe Osaka, gut 400 Kilometer westlich von Tokio. Der erste Wagen raste in ein Parkdeck im Erdgeschoss eines Wohnhauses, auch der zweite Waggon prallte gegen das Gebäude. Außerdem erfasste der Zug an dem Unglücksort ein Auto, das auf einem Parkplatz abgestellt war. Das Transportministerium hatte zunächst erklärt, dass der Zug als Folge des Zusammenstoßes mit einem Auto entgleiste. Später gab die Betreibergesellschaft JR West jedoch an, die Ursache sei noch unklar. In dem Zug der Japan Railway waren zur Zeit des Unglücks gegen 9.20 Uhr Ortszeit TV-Berichten zufolge viele Schulkinder.
Überlebende des Unglücks sagten dem Rundfunksender NHK, der Zug sei vermutlich nahe des Wohnblocks zu schnell in eine Kurve gefahren. Die zuständige Eisenbahngesellschaft räumte ein, der Zug sei bei der letzten Bahnstation vor dem Unfall über die Haltelinie hinausgeschossen. Der Lokomotivführer sei erst 23 Jahre alt und erst seit elf Monaten als Zugfahrer im Einsatz. Der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge erlitt er schwerste Verletzungen. Bereits im vergangenen Juni war der junge Zugführer auf einer anderen Linie etwa 100 Meter zu weit an einem Bahnhof vorbeigefahren, an dem er eigentlich hätte halten müssen.
Die Regierung richtete einen Krisenstab ein. Es wurde befürchtet, dass die Zahl der Opfer noch weiter steigt, da sich noch etwa zehn Menschen in dem völlig zerstörten ersten Waggon des Zuges befinden sollen.