Jemen: Schicksal von Entführungsopfer unklar - DER SPIEGEL
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Jemen Schicksal von Entführungsopfer unklar

Ein jemenitischer Stamm hat einen deutschen Ingenieur der niedersächsischen Preussen Energie gekidnappt. Dabei kam es zu einer Schießerei.
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Sanaa - Um die Mittagszeit herum hatten die Entführer den 53jährigen Ingenieur entführt. Angeblich sollen dabei auch Schüsse gefallen sein. Ob der Mann dabei verletzt wurde, ist unbekannt. Der Mitarbeiter der Firma Preussag Energie soll nach Angaben jemenitischer Sicherheitskräfte in der ölreichen Provinz von Shabwa entführt worden sein.

Im Auswärtigen Amt in Berlin und bei Preussag wurde ein Krisenstab eingerichtet. Bisher habe man aber noh keine konkreten Forderungen erhalten, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.

Die Entführung hat nach Erkenntnissen der jemenitischen Seite keinen politischen Hintergrund, sagte der Sprecher weiter. Der Entführer sei der Regierung in Sanaa namentlich bekannt. Es soll sich um ein Mitglied des Stammes Al Qurab handeln. Die offiziellen Stellen des Jemen hätten die Verhandlungen zur Freilassung des Deutschen übernommen.

Die Nachrichtenagentur Reuters will von jemenitischer Seite erfahren haben, dass der Entführte Luther Feilenberg heisst. Preussag wollte dazu unter Rücksicht auf die Familie des Mannes keine Stellung nehmen. Der Mitarbeiter ist erst seit wenigen Tagen im Jemen, da dort Ende Januar neue Bohrungen beginnen sollten.

Die Republik Jemen ist 1990 durch den Zusammenschluss des konservativ-islamischen Nord- mit dem sozialistischen Südjemen entstanden und gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Das Pro-Kopf-Einkommen liegt bei 320 Dollar pro Jahr. Wichtigste Geldquelle des Landes ist der Ölexport, mit dem 90 Prozent der Außenhandelserlöse erzielt werden. Öl wird im Jemen seit 1987 gefördert. In den letzten Jahren wurden mindestens 150 Ausländer in dem südarabischen Land von lokalen Stammesfürsten verschleppt. Die meisten Geiseln wurden unverletzt wieder freigelassen.

Das Auswärtige Amt hat für den Norden und den Nordosten des Jemen eine Reisewarnung ausgegeben. Trotzdem waren dort unter anderem im März 1997 und im Dezember 1998 deutsche Urlauber entführt worden.